Mutter macht die besten Guezli

FRAUENFELD. Jakob Stark schlägt den Christbaum selbst im Wald, die Töchter von Monika Knill wollen mal einen krummen Christbaum in der Stube stehen haben, und Carmen Haags Neffen schmücken die Tanne gerne bunt und wild.

Michèle Vaterlaus
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Regierungspräsident Jakob Stark und die Regierungsrätinnen Carmen Haag und Monika Knill naschen Weihnachtsgebäck. (Bild: Andrea Stalder)

Regierungspräsident Jakob Stark und die Regierungsrätinnen Carmen Haag und Monika Knill naschen Weihnachtsgebäck. (Bild: Andrea Stalder)

Er darf an keinem Weihnachtsfest fehlen: der Christbaum. Er steht darum auch in der Stube der Familien der Thurgauer Regierungsräte. «Der Christbaum ist mein Metier», sagt Jakob Stark. Er geht zusammen mit seinem Sohn in den Wald seines Bruders, schlägt den Baum, stellt ihn zu Hause auf und schmückt ihn auch selbst – unter anderem mit geerbtem Schmuck der Gotte seiner Frau. Sein Markenzeichen: Vögelchen. Jeweils 15 Vögel setzt Stark in den Baum. «Die muss ich natürlich ein bisschen verstecken», sagt der Regierungspräsident und lacht.

Bei seiner Kollegin Monika Knill sind die Zuständigkeiten weniger klar verteilt: «Dieses Jahr werde wohl ich den Baum schmücken», sagt sie. Andere Jahre haben das auch schon ihre Töchter gemacht oder die ganze Familie zusammen. Ihre Töchter wünschen sich mal einen krummen Christbaum. «Wie in der Weihnachtsgeschichte vom hässlichen Tannenbaum», sagt sie. «Deine Töchter können mal mit mir in den Wald kommen und ein Bäumchen suchen», sagt Stark. Bei Carmen Haag muss der Baum auch nicht perfekt sein. Das Schmücken überlässt sie hie und da ihren Neffen. «Dann wird es ganz wild und bunt», sagt sie.

Plötzlich ist Weihnachten

Damit Weihnachten ein ruhiges, besinnliches und schönes Familienfest wird, bedarf es einiger Vorbereitung und Einstimmung. Jakob Stark verpasst das manchmal. «Ich muss immer aufpassen, dass nicht plötzlich Weihnachten ist», sagt er. Vier Tage vorher merke er, dass er noch einiges besorgen müsse. Mittlerweile habe er das Timing aber besser im Griff. «Jetzt merke ich zwei Wochen vorher, dass bald Weihnachten ist und ich noch Geschenke einkaufen oder einpacken sollte.» Carmen Haag ist jeweils voller Vorfreude auf das Fest und deshalb gut organisiert. Schon Mitte Dezember hatte sie alle Geschenke beisammen. «Ich schenke halt sehr gerne.» Für ihre Eltern und Geschwister gibt es jedes Jahr einen gemeinsamen Ausflug – das hat schon Tradition. Monika Knill stimmt sich mit Deko auf Weihnachten ein. «Es braucht gar nicht viel, um Atmosphäre zu schaffen», sagt sie. In ihrer Familie wird in der Adventszeit zudem gewichtelt. Und dieses Jahr hat sie sogar zwei Guezlisorten gebacken. Sie mag am liebsten Spitzbuben, Carmen Haag liebt die Baumnussguezli ihrer Mutter und Jakob Stark die Vanilleringli seiner Mutter. «Sie macht die besten Guezli», sagt er und korrigiert: «Also meine Frau macht natürlich auch phantastische Guezli, die Guezlisorten meiner Mutter verknüpfen sich halt sofort mit schönen Kindheitserinnerungen.»

Der Gottesdienst gehört dazu

Einige Traditionen ihrer Kindheit haben die drei Regierungsräte mit ins Erwachsenenalter genommen. Stark spielt nach dem Dessert mit seinen Geschwistern Malefiz, Monopoly oder einfach einen Jass. Haag feiert seit jeher zu Hause bei ihren Eltern mit der ganzen Familie. Zu Weihnachten gehört auch der Gottesdienstbesuch. Carmen Haag ist aber nicht nur am 24. Dezember in der Kirche anzutreffen. Sie besucht in der Adventszeit die Rorategottesdienste. «Sie beginnen morgens um 6 Uhr. Nur mit Kerzenlicht und im Anschluss frühstückt man gemeinsam», sagt sie. «Mir ist es wichtig, dass wir, wenn wir in die Welt schauen, unsere eigenen Werte pflegen», sagt Stark. Knill stimmt ihm zu. Zur Weihnachtsfeier gehört deshalb auch der religiöse Hintergrund und eine Weihnachtsgeschichte.

Die drei Regierungsräte nutzen die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, um ein bisschen herunterzufahren. «Für mich ist es wichtig, in dieser Zeit mit weniger Tempo zu leben», sagt Stark. Gezanke in der Familie gebe es an Weihnachten eigentlich nicht. «Auch wenn ich uns keineswegs als Bilderbuchfamilie bezeichnen möchte.» Hektik an Weihnachten ist bei Monika Knill ebenfalls kein Thema. «Ich finde es ganz schön, für den Abend zu kochen.» Mittlerweile habe sich ein Ad-hoc-Weihnachtsapéro mit Freunden eingespielt. «Wir treffen uns im Laufe des Nachmittags bei uns zu Hause und wünschen uns schöne Weihnachten.» Bei den Knills ist Weihnachten abwechslungsreich. «Wir waren auch schon im Garten und haben auf dem Feuer grilliert.» Dieses Jahr gibt es aber ganz klassisches Fondue chinoise. «Seit ein paar Jahren haben wir den Brauch, dass jeder einen Gang zum Essen mitbringt. Wir haben darum jedesmal Überraschungen», sagt Carmen Haag. Und Jakob Stark freut sich dieses Jahr auf selbst- gemachte Pastetli. «Solche in Form von Weihnachtsbäumen und Sternen.»

Lieder unter dem Christbaum

Wenn es passt, dann stimmen die drei Familien unter dem Baum Weihnachtslieder an. Zwar spielen Stark, Knill und Haag dann nicht selbst auf einem Instrument – das übernehmen ihre Geschwister oder die Kinder –, doch sie singen. «Naja, als meine Töchter jünger waren, habe ich auch mal die Blockflöte ausgepackt», sagt Knill.

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