Musik und Humor im Stadl

SCHLATTINGEN. Auch der neunte Musikstadl in Schlattingen war ein Erfolg. Die Mischung aus Gesang, Volksmusik und Komik lockte rund 300 Gäste an.

Dieter Ritter
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Der Auftritt von Bruno Windler mit dem Alphorn gehörte zu den Höhepunkten am Musikstadl. (Bild: Andrea Stalder)

Der Auftritt von Bruno Windler mit dem Alphorn gehörte zu den Höhepunkten am Musikstadl. (Bild: Andrea Stalder)

Der Männerchor Basadingen eröffnete das Programm mit dem Lied «Hereinspaziert». Dirigentin Helga Morschl hatte populäre Lieder ausgewählt. Erich Gagesch, Bruder der Dirigentin, begleitete am Klavier. Zur «Swiss Lady» von Pepe Lienhard trat Bruno Windler mit seinem Alphorn auf. Er spielte die Soli in rassigem Tempo, völlig klar und fehlerlos. Es war eine beeindruckende Demonstration seines Könnens.

Alte, rührende Lieder über Heimatliebe und Naturverbundenheit sang der vor mehr als siebzig Jahren gegründete Jodelklub Luegisland aus Wollerau. Rassiger präsentierten sich die Old Iron Stompers mit Trompeter Pius Butti. Mit ihrem traditionellen Jazz feierten sie eine gelungene Premiere beim Musikstadl. Butti ist als Inhaber eines Eisenwarengeschäftes in Diessenhofen der Lokalmatador der Band.

Der Nachwuchs überzeugt

Zum erstenmal an einem Grossanlass standen die Pianistinnen Lisa Braun aus Singen und Christina Romberg aus Ramsen auf der Bühne. Sie sind beide 16jährig. Braun lernt am Gymnasium Singen und Romberg ist Kantischülerin in Schaffhausen. Klavierlehrer Erich Gagesch bildet die beiden aus. Beide gestanden, dass sie sehr aufgeregt seien. Einmal auf der Bühne, war davon nichts mehr zu spüren. Sie spielten die modernen, gefälligen Melodien gekonnt und gefühlvoll. Mit nicht enden wollendem Applaus bekundete das Publikum, dass die Nachwuchskünstlerinnen einen festen Platz im Musikstadl verdienen würden.

Die Cholfirst Fäger aus Uhwiesen mit Marcel Kern und Vater und Sohn Bieler, sind aus dem Musikstadl nicht mehr wegzudenken. Sie heizten dem Publikum schon zum siebtenmal mit lüpfiger Volksmusik und lustigen Texten gehörig ein. Die Zuhörer unterstützten sie mit rhythmischem Klatschen.

Hemdsärmlige Komik

Mit Zipfelmützen und Hosenträgern betrat das Comedy-Duo Messer und Gabel die Bühne. Die Appenzeller Berufskomiker René Sulser und Rolf Kern unterhielten das Publikum bestens. Mit lustiger Mimik und trockenem Humor beschrieben sie skurrile Situationen, zum Beispiel im Strassenverkehr oder auf einer Kreuzfahrt mit ihren Ehepartnerinnen. «Die ewigen Staus auf der Strasse sind mühsam, auch wenn man der Vorderste ist», stellten sie fest. Es war ein 40minütiges, ununterbrochenes Gag-Feuerwerk und das Publikum lachte Tränen. Auch Conférencier Heinz Meister führte mit Humor durch den Abend. Er bedankte sich im Namen des Männerchors bei den zahlreichen Helfern. «Ohne sie wäre ein solcher Anlass nicht durchführbar», sagte er.

Hätte noch Platz gehabt

Viele der rund 300 Gäste trafen schon mehr als eine Stunde vor Programmbeginn ein, um sich einen guten Platz zu sichern. Sie verkürzten sich die Wartezeit mit einem feinen Nachtessen. Erich Litschi, Präsident des Männerchors, war ob des Besucheraufmarschs allerdings doch etwas enttäuscht. Aufgrund der ausverkauften Halle in den ersten Ausgaben des Musikstadls hätte er mehr Besucher erwartet, sagte er.

Der nächste öffentliche Auftritt des Männerchors ist am Sonntag, 29. November, in der Kirche Basadingen.