Musik macht müde Männer munter

WÄNGI. «Schlafen im Stroh» lautete der Titel der «Alpenrösli»-Abendunterhaltung am Samstagabend in Wängi. Doch schläfrig war es mitnichten, was die 46 Musikantinnen und Musikanten ihrem Publikum darboten.

Christof Lampart
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Witzige Sketche sorgten am Unterhaltungsabend des Musikvereins Alpenrösli für viele Lacher und eine gute Stimmung im Saal. (Bild: art)

Witzige Sketche sorgten am Unterhaltungsabend des Musikvereins Alpenrösli für viele Lacher und eine gute Stimmung im Saal. (Bild: art)

In der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Dammbühlhalle kam auf seine Kosten, wer sich den Samstagabend für den Besuch der Abendunterhaltung des Musikvereins Alpenrösli Wängi reserviert hatte. Denn das Blasorchester unter der musikalischen Leitung von Ernst Baumann bot den gut 400 Zuhörerinnen und Zuhörern ein rundum gelungenes Programm. Und das war wohl auch, aber nicht nur, auf dessen musikalische Darbietung zurückzuführen.

Heidi-Gewand statt Uniform

Denn wo in den letzten Jahren zwar liebevoll, aber eher ein bisschen «trockene» Ansager durch den Abend führten, war für einmal eine ganze Theatercrew am Werk. Und zwar übernahmen nicht etwa Dritte, sondern die Musikerinnen und Musiker selbst das Zepter, indem sie nicht nur Regie führten, sondern selbst alternierend musikalisch und theatralisch spielten.

Schon optisch war den «Alpenrösli»-Mitgliedern anzusehen, dass dieses Jahr so einiges anders als sonst war, sassen sie doch nicht in ihrer gewohnten Uniform, sondern buntgemischt im Sennenhemd, in Festtagstracht, Wanderkleidung und Heidi-Gewand auf ihren Plätzen – schön zurechtgemacht für ihren Auftritt. «Wir wollten einfach wieder ein paar Sketche machen und waren in der Vorbereitung nicht nur musikalisch ganz bei der Sache. Und ich glaube, dass wir auch beim Publikum ganz gut angekommen sind», freute sich «Alpenrösli»-Präsident Niklaus Konrad während der Pause. Das konnte auch Paul Meier bestätigen, der bei Freunden in Wängi zu Besuch weilt und deshalb diesen Abend in der Dammbühlhalle verbrachte: «Die Musikverein-Mitglieder haben Musik und Gags gut miteinander verknüpft und so eine dichte Atmosphäre geschaffen. Ich finde den Abend gelungen», so der Winterthurer.

Keine Wünsche blieben offen

Tatsächlich gelang es den schauspielenden Musikern, beziehungsweise musizierenden Schauspielern, in beiden Rollen zu glänzen. Die vielen zünftigen, aber nie wirklich plumpen oder gar beleidigenden Sprüche waren wie das Sahnehäubchen auf der Suppe. Eine Suppe, die wohlgemerkt auch ohne das Theater schon genug Salz gehabt hätte, denn das «Alpenrösli» wusste auch musikalisch nicht nur zu gefallen, sondern auch zu überzeugen – und das nicht nur wegen dem «Hansjörg Walter Marsch». Egal, ob traditionelle Märsche, Swing, Pop, Volksmusik oder sinfonische Klänge – der Abend liess musikalisch keine Wünsche offen.