Museum schliesst sechs Wochen

FRAUENFELD. Das Historische Museum Thurgau baut seine Ausstellung um. Es will sich auf das Spätmittelalter konzentrieren, das für den Thurgau eine entscheidende Epoche war. Während der Bauarbeiten bleibt das Museum geschlossen.

Christof Widmer
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Das Historische Museum im Schloss Frauenfeld weist vor dem Eingang auf die Umbauarbeiten hin, die zur vorübergehenden Schliessung führen. (Bild: Reto Martin)

Das Historische Museum im Schloss Frauenfeld weist vor dem Eingang auf die Umbauarbeiten hin, die zur vorübergehenden Schliessung führen. (Bild: Reto Martin)

Wer das Historische Museum Thurgau im Sommer besuchen will, muss gut planen: Das Museum im Schloss Frauenfeld schliesst für sechs Wochen vom 20. Juli bis 3. September. Grund ist die Produktion der Sonderausstellung «Zankapfel Thurgau» (siehe Kasten), wie Museumsdirektorin Gabriele Keck erklärt. Dafür werden grössere Eingriffe in die Ausstellungsstruktur nötig sein – nicht nur neue Stelen mit Erklärungstexten, neue Vitrinen oder interaktive Computeranimationen sind vorgesehen.

Aus Anlass der Sonderausstellung wird nämlich auch die Dauerausstellung überarbeitet. Die aufwendige Infrastruktur der «Zankapfel»-Ausstellung bleibt nach Ende der Schau dem Museum erhalten. Dieses soll künftig sein Schwergewicht auf das Spätmittelalter legen, mit dem sich die Sonderausstellung befasst. Diese Epoche sei für den Thurgau entscheidend gewesen, sagt Keck.

Heute fehlt der rote Faden

Die heutige Dauerausstellung sei über fünfzig Jahre nach und nach entstanden. «Sie hat keinen roten Faden mehr», sagt die Direktorin. Eine Ritterrüstung hier, eine Truhe dort – zum Teil stünden Exponate völlig unvermittelt in den Räumen. Solche Gegenstände lässt Gabriele Keck aus der Ausstellung entfernen. Ausserdem will Keck einzelne Räume, die bisher einer Epoche gewidmet waren, «neutralisieren», wie sie es nennt. «Die Räume selber konkurrenzieren die Ausstellungsgegenstände.» Teilweise sollen die Wände nun verkleidet werden, damit die gezeigten Objekte überhaupt erst in den Fokus des Besuchers rücken können.

Einzelne Ausstellungsgegenstände sollen zudem besser präsentiert werden. So bekommt die wertvolle Stollentruhe, die bisher einfach im Rittersaal herumstand, einen Sockel, damit sie als Objekt wahrgenommen wird.

Während der Umbauarbeiten könne sich das Museum nicht besuchertauglich präsentieren, sagt Keck. «Wir wollen die Besucher nicht über den Hammer stolpern lassen», begründet sie den Entscheid, das Museum zu schliessen. Für das Museum sei das kein Nachteil, wenn es sich nachher besser präsentieren könne. Finanziell gibt es keine Einbussen, der Eintritt ist gratis.

Die Kosten für die Umbauten finanziert das Museum über sein normales Jahresbudget. Einiges sei schon im letzten Jahr vorbereitet worden, sagt Keck und nennt die neue Vitrine für die Kreuzlinger Mitra als Beispiel.

Am Grundproblem des Museums ändert auch die Neukonzeptionierung nichts: Es ist unter anderem nicht behindertengerecht, leidet unter Platznot und hat Räume, die für eine Ausstellung ungeeignet sind. Deshalb sucht der Kanton einen neuen Standort für das Museum und eine neue Nutzung für das Schloss. Die Neuausrichtung der Dauerausstellung verbaue nichts, sagt Keck. Im denkmalgeschützten Schloss dürften ohnehin keine Eingriffe in die Substanz gemacht werden.

Standortfrage vor Klärung

Als neuer Standort war Romanshorn in der Favoritenrolle. Die Abklärungen verzögerten sich zuletzt. Die Standortfrage dürfte sich aber in nächster Zeit klären. Die Projektorganisation habe ihre Arbeit abgeschlossen, sagt Paul Roth, Generalsekretär des Departements für Erziehung und Kultur. Die Grundlagen für einen Entscheid des Regierungsrats seien somit erarbeitet.