Murgspritzer

Blaue Flecken Kaum fällt Schnee oder drohen Strassen, Trottoirs und Plätze wegen eines Temperatursturzes oder Eisregens zu vereisen, sind auch schon die Salzstreuer unterwegs. Zwecks Vermeidung von Personen- und Blechschäden. Und das ist gut so.

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Blaue Flecken

Kaum fällt Schnee oder drohen Strassen, Trottoirs und Plätze wegen eines Temperatursturzes oder Eisregens zu vereisen, sind auch schon die Salzstreuer unterwegs. Zwecks Vermeidung von Personen- und Blechschäden. Und das ist gut so. Seltsamerweise bleibt in Frauenfeld ein kaum hundert Meter langes, steiles Wegstück lange ungesalzen: das Trottoir entlang der Oberstadtstrasse, beginnend bei der Buchhandlung von Marianne Sax. So war es beim ersten Schnee dieses Winters. So auch beim Eisregen Anfang Jahr und desgleichen beim abendlichen Schneefall von letzter Woche.

Es kann somit kein Zufall sein.

Diesmal traf es auch den Schreibenden: Zugegebenermassen mit Bürolisten-Schuhwerk ausgerüstet, landete er unsanft auf dem Po, und er war beileibe nicht der einzige mit Bodenkontakt der unfreiwilligen Art. Besser machte es der alte Mann mit dem gefüllten Migros-Sack: Er hangelte sich dem Geländer entlang hoch, Schritt für Schritt. Dabei schimpfte er wie ein Rohrspatz, was in unmittelbarer Nähe einer Kirche natürlich unerhört ist.

Bei winterlichen Wetterkapriolen gibt es hier nur eine gefahrlose Passage zum Bahnhof: Man geht auf der Strasse, die eigentlich den Stadtbussen vorbehalten ist und just deswegen stets schnell und gründlich gesalzen wird. Damit dürfte Frauenfeld weitherum die einzige Stadt sein, in der sicheres Gehen nicht auf dem Trottoir, sondern nur auf der Strasse möglich ist. Hoffentlich sind die Chauffeure aufmerksam. Bei Gefahr bitte hupen! Andernfalls nehme ich dann doch lieber blaue Flecken in Kauf.

Beat W. Hollenstein

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