Murgspritzer

Gefangen ohne Netz «Ich ruf' dich später an, hab' grad kein Netz», sagte eine Spinne zur andern unlängst im tierischen Cartoon der Thurgauer Zeitung. «Tut mir leid Kinder, heute gibt's nix zu essen, ich hab' kein Netz», hätte ein Fischer sagen können.

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Gefangen ohne Netz

«Ich ruf' dich später an, hab' grad kein Netz», sagte eine Spinne zur andern unlängst im tierischen Cartoon der Thurgauer Zeitung. «Tut mir leid Kinder, heute gibt's nix zu essen, ich hab' kein Netz», hätte ein Fischer sagen können.

Ohne Netz sind nicht nur Spinnen oder Fischer aufgeschmissen; ohne Netz ist der moderne Mensch ärger gefangen als die Fliege bei der Kreuzspinne. Das mussten viele Frauenfelderinnen und Frauenfelder dieser Tage erfahren.

«Ich bin drin» ist heute Normalität. «Ich bin offline» bedeutet Ausnahmezustand. Der digitale Weltuntergang trifft zuerst alle, die täglich am Computer arbeiten und auf das kommunikative Hin und Her im Netz angewiesen sind. Verständlich, wenn sich Ärger und Besorgnis breit machen.

Doch nicht alle schien der Blackout zu stören. «Endlich können wir in Ruhe regieren», war von Staatsangestellten zu vernehmen. Stefan Hilzinger