Murg-Auen: Jetzt wird gerodet

FRAUENFELD. Die Stadt Frauenfeld lässt im Buebewäldli 4000 Quadratmeter Wald abholzen. Für den geplanten Murg-Auen-Park wird der 1876 zugeschüttete Altlauf der Murg ausgegraben. Die Wasserbauarbeiten folgen, wenn die Nase gelaicht hat.

Thomas Wunderlin
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Amtsleiter Fabrizio Hugentobler erläutert die geplanten Arbeiten im Buebewäldli und auf der Murgwiese. (Bild: Reto Martin)

Amtsleiter Fabrizio Hugentobler erläutert die geplanten Arbeiten im Buebewäldli und auf der Murgwiese. (Bild: Reto Martin)

Frauenfeld erwartet die Nase. Der 2007 national unter Schutz gestellte Karpfenfisch laicht im Frühling in der Murg unter der Autobahnbrücke. Wegen des rotflossigen Fischs können die Wasserbauarbeiten des geplanten Murg-Auen-Parks erst im Juli beginnen. Der 1876 zugeschüttete Altlauf der Murg durch das Buebewäldli wird dann ausgegraben, wobei der Kanton Bauherr ist. Als Vorbereitung lässt die Stadt Frauenfeld nun bis Ende März an zwei Stellen entlang der Murg den Wald roden. Da diese Holzarbeiten in der Öffentlichkeit stattfinden, informierte Fabrizio Hugentobler, Leiter des Amts für Jugend, Sport und Freizeit, am Dienstag die Medien.

Bei der einen Rodefläche zweigt der Altlauf von der Murg ab, bei der andern fliesst er wieder dahin zurück. Bei der Abzweigung – gegenüber der Wydenstrasse – verschwinden die Bäume auf einer Länge von 130 Metern und einer Breite von 20 Metern. Beim Rückfluss wird auf einer Länge von 100 Metern und einer Breite von 15 Metern geholzt.

Murg wird zugänglich

Der Damm aus dem 19. Jahrhundert soll danach abgetragen und zum Wasser hin abgeflacht werden. «Die Murg wird wieder zugänglich», sagte Hugentobler. Auf Stadtgebiet sei das fast nirgends mehr möglich. Die Murg werde in Zukunft selber ihren Weg durch den lichten Auen-Wald suchen. Veränderungen sind besonders nach Hochwassern zu erwarten.

Nach Ende der Wasserbauarbeiten werden nächsten Winter die rund 4000 Quadratmeter abgeholzten Flächen wieder aufgeforstet. Hugentobler betonte, dass unterm Strich 300 Quadratmeter mehr aufgeforstet als gerodet werden. Von Vegetation frei belassen wird die unmittelbare Umgebung der Abzweigung des Altlaufs, wo ein flacher Kiesstrand vorgesehen ist. Beim Rückfluss des Altlaufs in die Murg wird es ein geböschtes Ufer geben.

Gefällt werden ortsfremde Bäume wie Robinien und Fichten. Der neue Altlauf wurde an einigen Stellen speziell um standortgemässe Eichen und Schwarzpappeln geplant, um diese nicht fällen zu müssen. Bereits letztes Jahr saniert worden ist der verlandete Murgwiesenkanal. Nun führt er wieder 100 bis 200 Liter Wasser pro Sekunde. Beim Einlass soll ein Schutz angebracht werden, um das zusätzliche Geschiebe abzuhalten.

Gruppen statt Einzelbäume

Entlang des Kanals wird auf der Parkseite der spärliche Bewuchs stellenweise gerodet, dafür werden Baumgruppen gebildet. «Ein einzelner Baum bringt ökologisch wenig», sagte Hugentobler.

Von August bis November werden die Brücken der Spazierwege im Park gebaut, ausserdem werden die Militärbaracken durch einen Pavillon ersetzt, der für private Feiern gemietet werden kann.

Als optische Begrenzung des Murg-Auen-Parks dienen die beiden Alleen jenseits von Murg und des Mühlewiesenkanals. Beide werden mit zusätzlichen Bäumen verdichtet. An der 350 Meter langen Allee an der Mühlewiesenstrasse werden bereits diese Woche rund 30 gelbblühende Kastanienbäumen gesetzt. Diese gelten als weniger krankheitsanfälliger als die rotblühenden Kastanienbäume.

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