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Mund auf, junge Texte raus ins Leben

Schweigen könne er besser als reden. Tom Gisler sagt das über sich. Gisler: SRF3-Radiojournalist und Jurymitglied am dritten Junge-Texte-Festival. Ums Schweigen hat es sich gestern aber nicht gedreht im Kantineubau.
Mathias Frei
PMS-Schülerin Isabel Schenk liest aus «Doch sie machen es täglich...» Im Hintergrund hören die Jurymitglieder Tom Gisler und Andrea Gerster aufmerksam dem Vortrag zu. (Bild: Mathias Frei)

PMS-Schülerin Isabel Schenk liest aus «Doch sie machen es täglich...» Im Hintergrund hören die Jurymitglieder Tom Gisler und Andrea Gerster aufmerksam dem Vortrag zu. (Bild: Mathias Frei)

Schweigen könne er besser als reden. Tom Gisler sagt das über sich. Gisler: SRF3-Radiojournalist und Jurymitglied am dritten Junge-Texte-Festival. Ums Schweigen hat es sich gestern aber nicht gedreht im Kantineubau. Trotzdem: «Er war es, der mein Schweigen brach», beginnt Sarah Schwedes in der Kantiaula zu lesen, als erste im ersten Block. Er: Das ist nicht Gisler. Der sitzt zwei Meter entfernt am Jurytisch, flankiert von den beiden Schriftstellerinnen Dorothee Elmiger und Andrea Gerster.

Ein Dutzend am Festival

Bis vergangenen Dezember waren für den dritten Thurgauer Literaturförderpreis «Junge Texte» 40 Beiträge eingegangen. Die Qualität der Texte sei im Vergleich zu den ersten beiden Durchführungen gestiegen, sagt Kantilehrer Hans Peter Niederhäuser, der zu den Junge-Texte-Organisatoren gehört. Eine Jury traf eine Vorauswahl von zwölf Jungliteraten (Jahrgänge 1993 bis 1998). Dieses Dutzend liest am Festival, darf später an zwei Schreibwerkstätten teilnehmen und schliesslich an der Anthologie «Schreibraum 3» mitwirken, die in einem knappen Jahr erscheinen soll. «Die Kanti Frauenfeld fördert schon lange das literarische Schreiben. Das ist uns wichtig», sagt Niederhäuser, der Anfang der 1990er-Jahre die ersten Schreibfreikurse an der Kanti gab.

Der Lohn dafür ist eine Veranstaltung wie das Junge-Texte-Festival. Nach Sitzplätzen muss man suchen bei den vier nachmittäglichen Leseblöcken in Aula und Musikzimmer. Die Juroren sind aufmerksam und kritisch – konstruktiv-kritisch. Nebst Elmiger, Gerster und Gisler sitzen auch Theatermacher Oliver Kühn, Rapper und Autor Andri Perl sowie Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji an den Jurytischen.

Aber im Mittelpunkt stehen diese Jungen, die vieles bewegt, über das sie schreiben wollen. Seien es etwa die zwei ehemaligen TZ-Praktikantinnen Luisa Aeberhard und Selina Giger. Erstere erhält viel Lob von Elmiger für «die eigenartige Stimmung» ihrer Geschichte, die «irgendwann ins Unrealistische kippt». Giger wird von der Jury sogar in den Final der vier besten gehievt. In anderen Texten gefällt Gisler «das Assoziative, Rauschhafte». Es geht um Menschen auf der Flucht im einen Text und im nächsten um einen Menschen am Abgrund.

Sie spülen einen weg

Gisler und Gerster diskutieren, ob die Texte zu viele oder zu wenige Türen offen lassen. Die Lesezeit ist auf fünf Minuten pro Person beschränkt. Immer wieder sind nur Textauszüge zu hören, das macht es für die Jury nicht einfach. Mal wird Gisler «weggespült» von einem Text, mal ist Gerster berührt, weil es um Massentierhaltung geht. Und immer wieder blitzt Elmigers giftgrüner Kugelschreiber auf, grüner als all die Mineralfläschli auf den Tischen. Sie schaut während den kurzen Lesungen ab und zu hoch und hinüber zum Lesetisch, wirkt dabei verzaubert vom Gehörten.

Eigentlich brauchte dieser Wettbewerb keinen Gewinner. Am Schluss gibt es aber doch eine beste, nämlich die 18jährige Flora Hausammann aus Frauenfeld.

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