MÜNCHWILEN: Mysteriöses Verschwinden

Drei junge Männer aus der Region drehten den Film «Rewind». Schauplatz des Geschehens war auch die Villa Sutter. Im Januar feiert der Science Fiction Thriller an den 52. Solothurner Filmtagen Premiere.

Cédric Schneider
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Der Bahnhof von Wil ist Schauplatz des Films «Rewind». (Bild: Pedro Joaquim)

Der Bahnhof von Wil ist Schauplatz des Films «Rewind». (Bild: Pedro Joaquim)

Cédric Schneider

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«Den Geistesblitz, welcher mich zur Geschichte des Films geführt hat, hatte ich noch während der Produktion des letzten Films», erzählt Pedro Joaquim über den Beginn eines Projekts, welches sich schliesslich über sechs Jahre ziehen sollte – der Film Rewind. Für den Regisseur ist es nicht der erste Film, den er gedreht hat, wirkte er doch bereits 2013 beim Film «Himmelfahrtskommando» und 2008 bei «ZuFallbringen» mit. Doch im Gegensatz zu den bereits mitproduzierten Filmen ist Joaquim zum ersten Mal ganz alleine für den Film verantwortlich.

Eine Premiere stellt der Thriller für Produzent und Aufnahmeleiter Tobias Grütter dar. «Da wir zusammenarbeiten, hat mir Pe­dro von seiner Idee erzählt und daraus entstand der Drang, etwas auf die Beine zu stellen», sagt Tobias Grütter, der in Wil aufgewachsen ist. So begannen die beiden im Dezember 2011 an der Vorgeschichte zum Drehbuch zu arbeiten. Neben ihrem Vollpensum bei der Bühler AG in Uzwil blieben meist nur die Abendstunden, um beim ehrgeizigen Projekt ihre Ideen einfliessen zu lassen. Die Schauspieler sind mit einer Ausnahme allesamt an Castings ausgewählt worden. Um talentierten Newcomern eine erste Plattform zu bieten, fragten die Produzenten Schauspielschulen an. Der Film wurde neben Schauplätzen in St. Gallen, Züberwangen, Rorschach und dem Bahnhof Wil mehrheitlich in der Villa Sutter in Münchwilen gedreht.

Das Drehbuch verspricht Spannung

Der Ablauf des Streifens ist nicht chronologisch. Drehbuchautor und Regisseur Pedro Joaquim bedient sich einer Handkamera, um die Geschehnisse für den Zuschauer greifbar zu machen. Nach einer Partynacht und der nachfolgenden Flucht in ein Haus sind von einer sechsköpfigen Gruppe zwei Personen nicht mehr auffindbar. Die verbliebenen Freunde machen sich auf die Suche nach den zwei Vermissten, wobei sich keiner mehr an die Geschehnisse der letzten Nacht erinnern kann.

Während bloss neun Filmtagen bewegten sich teilweise über 20 Personen am Filmset. Für die Leitung an den Drehorten war Tobias Grütter zuständig. «Während ich eher das Organisatorische übernahm, vertrat Pedro Joaquim die künstlerischen Aspekte am Film.» Für den ersten Teil nahmen sich die beiden extra eine Woche Ferien, der zweite Teil wurde dann am Wochenende verfilmt. Es seien teilweise schon ziemlich unmenschliche Tage gewesen, beschreibt Produzent Grütter die langen Drehtage.

Die Villa Sutter entdeckte Joaquim per Zufall. «Wir schauten uns einige mögliche Dreh­orte an und dabei fragte mich der Münchwiler Gemeinderat Manfred Filliger an, ob das Gebäude für uns in Frage kommt», so der 34-Jährige. Die Gemeinde Münchwilen leistete mit der Bereitstellung des Filmschauplatzes einen grossen Beitrag zum rund 80minütigen Film. Finanziert wurde das Projekt überwiegend von Sponsoren, Gönnern und mit Stiftungsbeiträgen.

Auch wenn der Film während der Freizeit entstand, ist die Produktion professionell vonstatten gegangen. Aus Zeitgründen verschob sich die Premiere des Films mehrmals. Die Nachbearbeitung inklusive Schnitt sei immer die aufwendigste Sache, sagt Regisseur Joaquim, der zusammen mit dem dritten Produzenten Matthias Thoma für den Schnitt besorgt war. Das Trio reichte den Film beim Komitee der Solothurner Filmtage ein. Dieser setzte sich in der Selektion gegen mehrere hundert Mitbewerber durch und wird der Öffentlichkeit während der Film­tage vom 19. bis am 26. Januar erstmals präsentiert. «Wir sind erfreut, dass der Film für das Filmfestival selektioniert wurde», geben sich die beiden Filmtalente zufrieden.