MÜNCHWILEN: In Konkurrenz zum Bundesrat

Die Einwohner von Münchwilen trafen sich traditionsgemäss bereits am Vorabend des Nationalfeiertages zur Bundesfeier in der Schulanlage Waldegg. Rund 200 Personen genossen den Abend trotz nicht gerade optimalem Wetter.

Rudolf Steiner
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Die Gemischte Jodelgruppe Münchwilen tritt an der Bundesfeier der Gemeinde Münchwilen auf. (Bild: Rudolf Steiner)

Die Gemischte Jodelgruppe Münchwilen tritt an der Bundesfeier der Gemeinde Münchwilen auf. (Bild: Rudolf Steiner)

MÜNCHWILEN. Manfred Filliger, Gemeinderat und Präsident der organisierenden Sport- und Kulturkommission, war lange Zeit skeptisch in Bezug auf die Bundesfeier.

Tatsächlich zogen am Sonntagabend heftige Gewitter mit starken Regenfällen über Münchwilen. Aber je später der Abend und weniger wolkenverhangen der Himmel, desto mehr zerstreuten sich seine anfänglichen Bedenken, denn langsam füllten sich die Bankreihen auf dem gedeckten Platz vor der Sporthalle Münchwilen und die 30 Mitglieder des einheimischen Pistolenclubs, der erstmals für die Festwirtschaft an der Bundesfeier verantwortlich war, hatten alle Hände voll zu tun, die rund 200 grossen und kleinen Besucher und Besucherinnen kulinarisch zufriedenzustellen.

Traditionelles und Modernes

Ebenfalls zur Zufriedenheit trugen die Auftritte der gemischten Jodelgruppe Münchwilen unter der Leitung von Toni Achermann, der acht Tänzerinnen der Tanzsportgruppe des TV Münchwilen mit Leiterin Steffi Strahm und des Musikvereins Harmonie Münchwilen mit Dirigent Ruedi Odermatt bei, die sich trotz des noch nicht vollständig abgetrockneten Untergrundes auf die noch feuchte Bühne wagten. Vor allem die zwei Dutzend Jodler und Jodlerinnen in ihren festlichen Trachten und traditionell die Hände in ihren warmen Hosensäcken und unter ihren Schürzen versteckend trugen mit ihren vaterländischen Jodelliedern viel zur festlichen Stimmung bei.

Schulpräsident als Festredner

Eher weniger wohl bei seinem Auftritt auf der grossen Bühne fühlte sich hingegen Festredner und Schulpräsident Thomas Wyser. Gleich zu Beginn stellte er klar, dass er sich angesichts so prominenter, bundesrätlicher Konkurrenz in der Region – zur gleichen Zeit sprach an der Fischinger Bundesfeier Bundesrat Ueli Maurer – eigentlich geehrt fühle, hier in Münchwilen sprechen zu dürfen. Kernaussage seiner Rede waren denn auch Zweifel am Festhalten an der Tradition, an der Münchwiler Bundesfeier als Festredner abwechselnd den Gemeinde- und Schulpräsidenten auftreten zu lassen. «Ich hatte mit Kantonsrat Josi Gemperle aus Fischingen, der zugesagt hatte, sogar einen Alternativredner vorgeschlagen, der aber von den Veranstaltern nicht akzeptiert wurde.» Filliger stellte gegenüber unserer Zeitung klar: «Der Auftritt des Festredners soll keine Plattform für politische Statements sein.»