MÜNCHWILEN: Gestorben wurde nur virtuell

40 Computerspieler trafen sich zu einer LAN-Party. Drei Tage lang kämpften sie gegeneinander – mit sehr wenig Schlaf.

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Gamer treten im Theorieraum der Münchwiler Waldegg-Sporthalle gegeneinander an. (Bild: Lukas Gerzner)

Gamer treten im Theorieraum der Münchwiler Waldegg-Sporthalle gegeneinander an. (Bild: Lukas Gerzner)

Während die Fussballer des FC Münchwilen auf dem Sportplatz um Tore kämpften, konnte man nebenan ein Schauspiel unüblicher Art beobachten. Aus einem der Theorieräume der Waldegg-Turnhalle erschallte das Gewitter von Maschinengewehren, das Jammern von genervten Verlierern und das Jubeln von Siegern. 40 Gamer hatten sich für eine ­sogenannte LAN-Party zusammengefunden. Die Teilnehmer kamen aus dem ganzen Thurgau.

Organisiert wurde der Anlass vom Gaming-Clan RMG, der seinen Sitz in Tägerwilen hat. Es ist schon der vierte Event dieser Art für den Gamer-Club, doch diesmal konnte in Tägerwilen nichts Geeignetes gefunden werden. «Oft braucht es ein wenig Vitamin B, und in Münchwilen hatten wir eine entsprechende Verbindung. Die Location hier entspricht voll unseren Bedürfnissen, und das Internet ist auch viel besser», sagt Colin Dreher aus dem OK-Team von RMG. Der Tägerwiler weiss, was es für einen solchen Anlass braucht: «Bei einer LAN-Party ist es wichtig, dass Computer, Schlafplatz, sanitäre Anlagen und Verpflegungsmöglichkeiten nahe beieinanderliegen. Zudem ist darauf zu achten, dass es keine Lärmbelästigungen gibt.»

Die Gamer mussten die Computer eng staffeln, um 40 davon in den Raum stellen zu können. So haben sie drei Tage gespielt und sind manchmal sogar zu ein wenig Schlaf gekommen. «Die Grundidee ist, diejenigen zu treffen, mit denen man sonst nur online zusammenspielt», sagt Liam Kreis aus Berg. «Es geht darum, im Freundeskreis eine gute Zeit zu haben und vom Alltagsstress abzuschalten», sagt Colin Dreher. «Der grösste Spass ist das gegenseitige Kräftemessen, dabei blöde Sprüche zu reissen und zu wissen, dass der Gegenspieler gleich neben dir sitzt.»

Lukas Gerzner

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch