MÜNCHWILEN: Ein Marschhalt in zwei Etappen

Obwohl in Münchwilen der Schulraum knapp wird, hat die Bevölkerung die Schulbehörde bei Ausbauvorhaben zurückgepfiffen. Sie fordert ein umfassendes Gesamtkonzept. Die zweistufige Analyse soll bis nächsten März vorliegen.

Simon Dudle
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Die fast 70jährige Turnhalle Oberhofen steht im Zentrum der Diskussionen um die Schulraumerweiterung in der Gemeinde Münchwilen. (Bild: Simon Dudle)

Die fast 70jährige Turnhalle Oberhofen steht im Zentrum der Diskussionen um die Schulraumerweiterung in der Gemeinde Münchwilen. (Bild: Simon Dudle)

MÜNCHWILEN. Der Hinterthurgauer Bezirkshauptort wächst und wächst. Ein Ende ist nicht abzusehen. Dies ist Fluch und Segen zugleich. Während zusätzliche Steuereinnahmen generiert werden, muss die Schule ausbauen. Obwohl sie das unlängst im Schulzentrum Kastanienhof in St. Margarethen getan hat und durch Umverteilung der Schüler in Münchwilen Oberhofen 60 freie Plätze geschaffen worden sind, ist das Problem noch nicht gelöst. Zumal auch die in die Jahre gekommene Turnhalle Oberhofen saniert werden muss.

Abstimmung verschoben

Eigentlich wollte die Schulbehörde bereits im Februar über die Erneuerung der Halle abstimmen lassen und hatte ein Fünf-Millionen-Projekt ausgearbeitet. Doch dazu kam es nicht: Mittels Konsultativabstimmung legten die Stimmbürger im vergangenen November der Schulbehörde nahe, die Abstimmung abzusagen und ein «Gesamtkonzept Schulraumplanung» auszuarbeiten.

Die Behörde hat den Wunsch des Volkes ernst genommen und Ende April eine Infoveranstaltung in der Turnhalle Oberhofen durchgeführt. Mit dabei waren ein Denkmalpfleger, Parteipräsidenten, Gemeindepräsident Guido Grütter und Vertreter der Schule und des Gewerbes.

Die Schulbehörde hat sich entschieden, das Gesamtkonzept in zwei Phasen aufzuteilen. Beauftragt wurde die Firma ERR Raumplaner AG, St. Gallen, welche für Münchwilen bereits eine Zentrumsstudie erstellt hat. Vorgängig wurde schon Mike Gessner, Frauenfeld, als Baurechtsspezialist beauftragt. «Es geht vor allem um Fragen zum Herauslösen der Turnhalle Oberhofen aus dem Schutzplan», sagt Schulpräsident Thomas Wyser. Diese steht unter Denkmalschutz, was den Umbau erschwert.

FDP will früh mitmachen

In einem ersten Teil wird die Firma ERR bis Ende Oktober eine Gesamtansicht der Schulraumplanung erarbeiten. Diese soll über die übliche Fünf-Jahres-Planung hinausgehen. Dabei geht es darum, die bestehende Raumsituation an den Schulstandorten präzis zu erfassen und den künftigen Bedarf abzuschätzen. Die örtliche FDP wünscht, bereits in diesem ersten Teil eingebunden zu werden.

In einem zweiten Schritt wird bis im März 2017 ein Detailkonzept für den Standort Oberhofen erarbeitet. Dabei soll die Frage beantwortet werden, wie mit der Turnhalle umgegangen wird. Es sind Varianten für die Anordnung des Raumbedarfs zu entwickeln. Da die Halle auch von den Vereinen genutzt wird, sollen diese eingebunden werden. Kostenpunkt für die Konzepterstellung: 46 000 Franken.

Mietverträge verlängert

Wyser hofft, dass «allerspätestens 2021, lieber aber 2020» saniert wird. Da der Mietvertrag für den nahegelegenen Kindergarten Strumpfi 2019 ausgelaufen wäre, hat die Schulbehörde diesen bis 2021 verlängert.

Infos an der Schulgemeindeversammlung vom 26. Mai, 19.30 Uhr, Turnhalle Oberhofen

Thomas Wyser Schulpräsident Münchwilen (Bild: Olaf Kühne)

Thomas Wyser Schulpräsident Münchwilen (Bild: Olaf Kühne)