MÜNCHWILEN: Drei sägen an einem Stuhl

Gleich vier Personen wollen Schulpräsident werden – darunter der ehemalige Amtsinhaber Hanspeter Wehrle und Gemeinderat Manfred Filliger.

Simon Dudle
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Simon Dudle

hinterthurgau

@thurgauerzeitung.ch

Die Münchwiler haben bei den Schulbehördenwahlen am 12. Februar die Qual der Wahl: Mit Lukas Weinhappl (FDP), Gemeinderat Manfred Filliger (GLP) und dem langjährigen Schulpräsidenten Hanspeter Wehrle (FDP) wollen gleich drei das Amt von Schulratspräsident Thomas Wyser (CVP) übernehmen. Dieser stellt sich ebenfalls zur Wahl. Während Weinhappl die Kandidatur vor rund zwei Wochen publik gemacht hat (unsere Zeitung berichtete), trafen sich Filliger und Wehrle am Montag – wenn auch zufällig – auf dem Schulsekretariat, um die Unterlagen einzureichen.

Die Ausgangslage hat es in sich: Denn spätestens seit Wysers Entgleisung an der Schulgemeindeversammlung Ende November rumort es in Münchwilen gewaltig. Dieser hatte, von einer Stimmbürgerin darauf angesprochen, persönliche Informationen von Schulpersonal betreffend Gesundheitszustand publik gemacht. Ein Vorgehen, das er heute bereut. «Das war ein Fehler, und ich habe mich in aller Form bei den betroffenen Personen entschuldigt», sagt Wyser rückblickend. Er habe in Sekundenbruchteilen entscheiden müssen.

Wehrle sieht sich als «Feuerwehrmann»

Die Kandidaturen, welche kurz vor dem Ende der offiziellen Meldefrist am Montag eingegangen sind, haben Sprengkraft. Vor allem jene von Hanspeter Wehrle, der zwischen 1985 und 1997 Münchwiler Schulpräsident war und jahrelang dem Thurgauer Grossen Rat angehörte. Mittlerweile ist der 67-Jährige pensioniert und seit Sommer auch nicht mehr im Kantonsrat. Er sieht sich als «Feuerwehrmann», um der aus seiner Sicht «aktuell angespannten Situation in der Führung der Volksschulgemeinde» zu begegnen. Er stünde für maximal vier Jahre zur Verfügung, um mit «Ruhe, Sachlichkeit und Erfahrung» das Schulpräsidium in eine definitive Lösung zu überführen. Wehrles Kandidatur wird von den Münchwiler Ortsparteien FDP und SVP unterstützt.

Manfred Filliger, 45-jährig, bezeichnet sich selber als «Ur-Münchwiler» und hat im Bezirkshauptort die Schule durchlaufen. Seit 2011 gehört er dem Münch­wiler Gemeinderat an und betreut dort das Ressort Kultur und Sport.

Angesprochen auf die Beweggründe für die späte Kandidatur nennt er Veränderungen in seinem Umfeld, welche nun Freiraum für dieses Amt gäben. «Es ist nun der richtige Zeitpunkt, der Bevölkerung eine Alternative zu bieten», sagt Filliger. Wird er im Februar oder beim zweiten Wahlgang am 21. Mai gewählt, würde er das Amt des Gemeinderates behalten – zumindest bis Ende der laufenden Legislatur.

Schulbehördenmitglieder distanzieren sich

Für zusätzlichen Wirbel sorgt ein gestern versandter Offener Brief der Schulbehörde. In diesem fallen die vier Mitglieder Yvonne Bommer, Florian Stotz, Pia D’Angelo und Daniel Lüthi ihrem Präsidenten in den Rücken. «Die Schulbehördenmitglieder bedauern es ausserordentlich, dass es zu diesen Aussagen gegenüber den Betroffenen gekommen ist. Wir distanzieren uns vollumfänglich von den Äusserungen des Schulpräsidenten. Wir goutieren deren Inhalt nicht», schreiben die Behördenmitglieder.