MÜNCHWILEN: Die Brötchen werden kleiner

Im Gebiet Wil West sollen ab 2022 Tausende neue Arbeitsplätze entstehen. Allerdings dürften es deutlich weniger werden als ursprünglich geplant. Ein Drittel der gesamten Fläche wird nun für KMU aus der Region ausgespart.

Simon Dudle
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Das futuristische Projekt wird immer konkreter: Nun ist definiert, welche Arten von Firmen sich in Wil West ansiedeln könnten.Visualisierung: PD

Das futuristische Projekt wird immer konkreter: Nun ist definiert, welche Arten von Firmen sich in Wil West ansiedeln könnten.Visualisierung: PD

Simon Dudle

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

«Wir müssen kleinere Brötchen backen und sind gut bedient, wenn wir Bestandspflege betreiben. Es kommt nicht die halbe Welt hierher», sagt Christoph Häne, der am Dienstagabend das Präsidium von Regio Wil an den Münchwiler Gemeindepräsidenten Guido Grütter übergab (siehe Box rechts). War einst von 2000 bis 3000 neuen Arbeitsplätzen für das Gebiet im Spickel zwischen Wil, Münchwilen und Sirnach die Rede, so dürften es effektiv 1500 und 2000 werden.

Die Reduktion hängt auch damit zusammen, dass dem regionalen Gewerbe eine Plattform gegeben werden soll. War einst das Ziel, in jenem Gebiet hauptsächlich neue Betriebe anzusiedeln, so wurde nun entschieden, ein Drittel der Fläche für kleine und mittelgrosse Unternehmen auszusparen. «Diese Firmen haben zwar nicht Druck ausgeübt. Im Gespräch kam aber zum Ausdruck, dass Wil West nicht nur für die anderen sein solle», sagt Häne. Man wolle den erfolgreichen, eingesessenen Unternehmen eine Perspektive bieten, damit diese sich weiterentwicklen können. «Diese Kontakte muss man pflegen. Aber natürlich sind wir auch froh, wenn Grosse kommen», sagt Häne.

Ein Drittel für öffentliche Nutzung

Das gesamte Gebiet ist 158000 Quadratmeter gross. Neben dem einen Drittel für die KMU soll ein weiteres Drittel für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen, der Rest für Neuansiedelungen. Die mögliche Aufteilung sieht wie folgt aus: Entlang der Autobahn A1 sind national und international tätige Unternehmen denkbar, zum Beispiel Firmen aus der Pharma- und der Sicherheitsbranche. Bei einer Allee sind national oder überregional tätige Unternehmen wie Prüflabors und Planungsunternehmen gut aufgehoben. An den Baufeldern «Am Laufmeter» könnten sich regionale Produktions- und Gewerbebetriebe ansiedeln. Unter dem Stichwort «Landschaft» sind Nutzungen für die Aus- und Weiterbildung sowie die Bereiche Sport und Freizeit denkbar. Das Teilgebiet «Grossinvestor» könnte von Unternehmen aus den Bereichen Motorfahrzeuge, Maschinen- oder Werkzeugbau besetzt werden. Auch eine Firma aus der Recyclingbranche wäre denkbar.

Die öffentliche Auflage des Gestaltungsplans Wil West ist für Ende dieses Jahres vorgesehen. Baubeginn ist nach aktuellem Planungsstand im Jahr 2022. Voraussichtlich nächstes Jahr steht fest, ob sich der Bund finanziell an Wil West beteiligt.