MÜNCHWILEN: Bahn frei für Lukas Weinhappl

Der Kandidatenreigen für das Schulpräsidium wird dünner. Im ersten Wahlgang hatte Hanspeter Wehrle noch an zweiter Stelle gelegen. Am 21. Mai will der FDP-Vertreter dennoch nicht mehr antreten.

Olaf Kühne
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Hanspeter Wehrle tritt im zweiten Wahlgang nicht mehr an. (Bild: kuo)

Hanspeter Wehrle tritt im zweiten Wahlgang nicht mehr an. (Bild: kuo)

Olaf Kühne

olaf.kuehne@thurgauerzeitung.ch

«Wir haben unser Ziel erreicht», gibt sich Hanspeter Wehrle zufrieden. «Wir wollten im ersten Wahlgang Alternativen zum amtierenden Schulpräsidenten Thomas Wyser aufzeigen und ihn so in den zweiten Wahlgang zwingen. Das ist uns gelungen.»

Tatsächlich konnte das FDP-Duo Hanspeter Wehrle und Lukas Weinhappl den Bisherigen Wyser (CVP) am 12. Februar gar regelrecht deklassieren. Der 67-jährige Wehrle vereinte 371 Stimmen auf sich, der 29-jährige Weinhappl gar 409. Wyser überzeugte nur 195 Wähler von sich, während der ebenfalls angetretene GLP-Gemeinderat Manfred Filliger mit lediglich 153 Stimmen abgeschlagen auf dem letzten Platz landete.

Diese überraschend deutliche Führung der beiden FDPler im ersten Wahlgang thematisiert Wehrle nun ausführlich in seiner vorgestern Abend verschickten Stellungnahme. Sie beide, Weinhappl und er, hätten sich mit grossem Abstand für den zweiten Wahlgang empfohlen, schreibt Werhle – und weiter: «Dabei hatte der frische Wind der Jugend gegenüber der Erfahrung der älteren Generation etwas die Nase vorn.» Diese kleine Stimmendifferenz würde im zweiten Wahlgang zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit offenem Ausgang führen, ist Wehrle überzeugt – und verzichtet deshalb auf eine Kandidatur im zweiten Durchgang vom 21. Mai. «Ein knappes Rennen wäre nicht nur mit einem grossen Aufwand verbunden, sondern birgt die Gefahr, sich in einem unnötigen Hickhack zu verstricken.»

Angebot zur Mitwirkung in baulichen Fragen

Ideologische Streitereien seien aber weder dem Dorf noch der Schule zuträglich. «Der neue Schulpräsident soll Vertrauen wecken und seine Schaffenskraft sofort und effizient einsetzen können.»

Trotz seines Rückzugs aus dem Rennen um das Schulpräsidium: Gänzlich die Finger lassen vom Schulwesen mag Wehrle, der der Münchwiler Schule bereits von 1985 bis 1997 vorstand, dann aber doch nicht. Der neuen Schulbehörde fehle ein Baufachmann, schreibt der pensionierte Bauingenieur in seiner Stellungnahme. «Ich möchte gerne meine fachlichen Dienste als un­abhängiger und mit den lokalen Gegebenheiten vertrauter Planer und Bauingenieur anbieten. Auf Wunsch stehe ich für Bauherrenberatungen und für die Leitung kommender Projekte zur Verfügung», lautet Wehrles Angebot an die neue Behörde.

Wer nun alles in knapp drei Monaten für das Münchwiler Schulpräsidium antritt, ist weiterhin offen. Bisher hat sich einzig Lukas Weinhappl festgelegt. Er gab – euphorisiert vom hervor­ragenden Resultat – bereits am Wahlsonntag seine Kandidatur für den zweiten Wahlgang bekannt. Auf Anfrage unserer Zeitung mochte sich Amtsinhaber Thomas Wyser gestern nach wie vor nicht festlegen: «Ich möchte meine Entscheidung noch offen lassen.» Ähnlich tönt es von Manfred Filliger. «Ich muss die durch Wehrles Rückzug neue Ausgangslage erst für mich analysieren», sagt er.