MÜNCHWILEN: Aufbruch statt Resignation

Das Café in der Villa Sutter läuft nicht wie gewünscht. Nun setzt der Betreiberverein auf Freiwilligenarbeit.

Cédric Schneider
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Geschäftsführerin Evelyne Wehrle und Vizepräsident Manfred Filliger im Café der Villa Sutter. (Bild: Cédric Schneider)

Geschäftsführerin Evelyne Wehrle und Vizepräsident Manfred Filliger im Café der Villa Sutter. (Bild: Cédric Schneider)

Cédric Schneider

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

 

Im Sommer lief der Betrieb des schmucken Cafés in der Villa Sutter noch «zufriedenstellend», berichtet Manfred Filliger. «Die grosse Terrasse und der neu­angelegte Park lockten zahlreiche Gäste ins Lokal», sagt der Münch­wiler Gemeinderat und Vizepräsident des Vereins Villa Sutter. Man müsse aber klarstellen, dass der Betrieb seit seiner Eröffnung im August 2015 noch nie kostendeckend gewesen sei.

Zusätzliche verschärfte sich nach dem Sommer die Situation. «Der Herbst ist für das Gastgewerbe generell anspruchsvoll. Dazu kamen die Herbstferien, in denen im Café gar nichts los war», beschreibt Filliger die angespannte Lage. Der Verein beklagte eine hohe Umsatzeinbusse und wurde dadurch zum Handeln gezwungen.

An der Vorstandssitzung Ende November schlugen verschiedentliche, im Verein engagierte Personen vor, die umsatzschwachen Nachmittage mit Freiwilligen zu überbrücken. Der Verein versuche, überall für tiefere Kosten und höhere Einnahmen zu sorgen, dies beinhalte auch das Personal, sagt Filliger. «Es wurde uns klar, dass der Betrieb, wie er jetzt läuft, auch zukünftig mit einem grossen Defizit hätte rechnen müssen.»

Von drei auf zwei Stellen reduziert

Konkret bedeutet die Umstellung während der Nachmittage, dass der Verein das Personal von drei auf zwei Teilzeitstellen reduzieren musste. «Wir bedauern diese Entwicklung sehr, doch wir spüren eine gewisse Verantwortung gegenüber den Vereinsmitgliedern und dem Bürger, um die Finanzen im Lot zu halten», so Filliger. Es sei dem Verein bewusst, dass es mit Kunstausstellungen auch vergleichsweise schwierig sei, Einnahmen zu erzielen, ergänzt er.

Die Bereitschaft, unentgeltliche Vereinsarbeit zu leisten, sei im Verein ohne Frage vorhanden. «Das Ziel ist es, alle Nachmittage mit einer anwesenden freiwilligen Person zu besetzen», kon­kretisiert Filliger. Grundsätzlich brauche man für die Arbeit keine Ausbildung. «Geeignet sind alle, denen der Verein am Herzen liegt und die Zeit und Lust haben, sich zu engagieren», sagt Filliger. «Auch wenn bereits einige Personen zugesagt haben, sind wir über jede Person, welche sich für die Vereinsarbeit entscheidet, erfreut.»

Im Sinne der Stifterin

Der Verein Villa Sutter betreut die gleichnamige Liegenschaft und führt im Sinne der verstorbenen Legatsgeberin Anneliese Sutter-Stöttner diverse Kunstausstellungen und kulturelle Anlässe durch.

Die Alfred-und-Anneliese-Sutter-Stöttner-Stiftung stellte dem Verein für den Umbau der Sutter-Villa – es mussten neben der Umgestaltung der Räume auch die sanitären und elektrischen Einrichtungen komplett erneuert werden – 400000 Franken zur Verfügung. Zusätzlich wurde ein Fünftel der für die Anpassungen im Alfred-Sutter-Park bereitgestellten Million für den Umbau aufgewendet. Neben der an die Gemeinde vermieteten Bibliothek können die diversen zur Verfügung stehenden Räume auch von Privatpersonen gemietet werden. Um neben den Mietzinsen weitere Einkünfte zu sichern und Leben in das Gebäude zu bringen, führt der Verein im Erdgeschoss ein kleines Café.