MÜNCHWILEN: Angriffe und Vorwürfe bleiben aus

Ein Bisheriger, drei Neue – die Ausgangslage für die Wahl des Schulpräsidenten ist spannend. Das Podium mit den vier Kandidaten war es weniger.

Olaf Kühne
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Der bisherige Münchwiler Schulpräsident Thomas Wyser stellt sich der Wiederwahl. Manfred Filliger, Hanspeter Wehrle und Lukas Weinhappl treten gegen ihn an. Gewerbepräsident Bruno Wick moderiert das Podium. (Bild: Olaf Kühne)

Der bisherige Münchwiler Schulpräsident Thomas Wyser stellt sich der Wiederwahl. Manfred Filliger, Hanspeter Wehrle und Lukas Weinhappl treten gegen ihn an. Gewerbepräsident Bruno Wick moderiert das Podium. (Bild: Olaf Kühne)

Olaf Kühne

olaf.kuehne@thurgauerzeitung.ch

Ins Schwitzen kam nur der Hauswart. Kurz vor Beginn des Podiums zu den Gesamterneuerungswahlen der Münchwiler Schulbehörde musste er noch Stuhl um Stuhl aufstellen. Der Anlass war ein Publikumsmagnet, die Aula Oberhofen am Dienstagabend entsprechend restlos gefüllt.

Den Auftakt zum von der Interpartei organisierten Podium bestritten die Kandidaten für die Schulbehörde sowie die Rechnungsprüfungskommission und die Urnenoffizianten (siehe Zweittext). Im Fokus des Abends stand indes die Kampfwahl in das Münchwiler Schulpräsidium.

Denn die Ausgangslage könnte kaum spannender sein: Amtsinhaber Thomas Wyser (CVP) tritt wieder an. Mit Gemeinderat Manfred Filliger (GLP), alt Kantonsrat Hanspeter Wehrle (FDP) und Jungfreisinnigen-Präsident Lukas Weinhappl (FDP) wollen gleich drei lokale Schwergewichte seine Wiederwahl verhindern. «Es tut weh zu hören, wie die Schule geführt wird», begründete Wehrle seine Kandidatur. Der 67-Jährige war bereits von 1985 bis 1997 Münchwiler Schulpräsident. Eine Erfahrung, die Wehrle im Laufe des Podiums wiederholt in die Waagschale warf.

Dies tat auch Amtsinhaber Wyser. Der 53-Jährige verwies auf seinen Leistungsausweis der ablaufenden Legislatur, so auf die Einweihung des «Kastanienhofes» in St. Margarethen und die Einführung des Lehrplans 21. Zudem, so Wyser weiter, seien auf die Wahlen hin zwei Behördenmitglieder zurückgetreten, weshalb er als Bisheriger der richtige Kandidat sei, um Kontinuität zu gewährleisten.

Der 45-jährige Filliger wiederum führte seine sechsjährige Erfahrung als Gemeinderat und seine daraus resultierende gute Vernetzung in Verwaltung und Bevölkerung ins Feld. Dem entgegnete Weinhappl, dass er als einziger der vier Kandidaten «unbelastet» ans Werk gehen könne. Er habe keine Familie, ergo keine schulpflichtigen Kinder und auch keine bisherigen Ämter, sagte der 29-jährige Jurist.

Am weitesten auseinander gingen die Meinungen bezüglich einer möglichen Münchwiler Einheitsgemeinde – Wyser sprach sich als einziger klar dagegen aus – und in der Frage des Arbeitspensums des Schulpräsidenten. Während sich die Herausforderer überzeugt zeigten, die Arbeit mit maximal 50 Stellenprozenten erledigen zu können, verteidigte Wyser seine aktuell 75 Prozent – nicht zuletzt mit den zeitintensiven Arbeiten in der Baumkommission.

Auf gegenseitige Angriffe verzichteten die vier Kandidaten indes völlig. Auch vermochte keiner der drei Herausforderer aufzuzeigen, weshalb Wyser am 12. Februar nicht wiedergewählt werden soll. Dafür präsentierten sich am Dienstagabend vier valable und kompetente Kandidaten dem Publikum. Keiner blamierte sich, keiner stach heraus. Ein zweiter Wahlgang ist somit praktisch vorprogrammiert.