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MÜLLHEIM: Teure Zürcher und Basler

Die Schulbürger verweigern der Behörde 160000 Franken für einen Architekturwettbewerb. Sie befürchten, dass auswärtige Büros zum Zuge kommen und das Projekt «Wiel» zu kostspielig wird.
Stefan Hilzinger

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

«Gut», entfuhr es Schulpräsident Oliver Schmid nach der Abstimmung mechanisch. Doch er korrigierte sich umgehend: «Nein, nicht gut.» Soeben hatten die Müllheimer Schulbürger den Kredit zur Durchführung eines Architekturwettbewerbs deutlich bachab geschickt.

160000 Franken hätte die Behörde gewollt, zusätzlich zu den früher bewilligten 200 000 Franken, für die bisherigen Vorarbeiten am geplanten Neubau «Wiel». Von den 85 Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern folgten 49 den Argumenten der Gegner des Kredites, 31 stimmten auf der Linie der Behörde.

«Nach den Vorschriften des Beschaffungswesens»

Zwölf Architekturbüros wolle man zum Wettbewerb einladen, informierte Behördenmitglied Pius Nauer. Die Büros hatte eine Projektgruppe unter fachlicher Anleitung des Bauplanungsbüros Strittmatter und Partner aus mehr als 80 Bewerbern ausgewählt. «Das ganze Prozedere richtet sich nach den Vorschriften über das öffentliche Beschaffungswesen», betonte Nauer mehrmals. Eine mutmassliche Investitionssumme zwischen 20 und 25 Millionen Franken bedeutet eine internationale Ausschreibung. Ausländische Architekturbüros berücksichtigt die Behörde keines, doch unter den zwölf Büros findet sich lediglich ein thurgauisches. Das gefiel verschiedenen Votanten nicht.

Namentlich der frühere Gemeinderat Heinz Fehlmann und Noch-Gemeinderat Mathias Tschanen argumentierten gegen den Kredit. Ihrer Erfahrung nach seien Architekturbüros aus St. Gallen, Zürich oder Basel teurer als hiesige. Sie befürchten, dass die Kosten aus dem Ruder laufen könnten. Es sei gescheiter, ein sogenanntes Planauswahlverfahren durchzuführen, was eher Gewähr biete, dass die Kosten im Rahmen bleiben. Jemand anderer meinte, unter den Ausgewählten seien sicherlich die Mehrheit Büros von ETH-Architekten. Erfahrungsgemäss sei es schwieriger mit diesen zusammenzuarbeiten als mit Absolventen einer Fachhochschule.

«Wir wollen sicher keinen Botta-Bau, aber der geplante Wettbewerb bietet uns die Sicherheit, dass wir am Schluss ein gutes Projekt haben», hielt Pius Nauer dagegen. Die Schulbürger behielten ohnehin das letzte Wort, da sie letztlich auch über den Baukredit entscheiden. Er bekam Unterstützung vom früheren Schulpräsidenten Ueli Jucker, unter dessen Ägide das Projekt angestossen wurde: «Da steckt schon viel gedankliche Vorarbeit drin, auch des Büros Strittmatter und Partner, das schon in Müllheim gebaut hat.»

«Besser jetzt einen Schritt zurück, als später zwei»

Gerne hätte die Schulbehörde den Wettbewerb dieses Jahr durchgeführt und auf Anfang nächsten Jahres eine Baukommission eingesetzt. Doch letztlich überwogen die Vorbehalte. Nun muss die Behörde über die Bücher. «Besser jetzt ein Schritt zurück machen, als später plötzlich zwei Schritte», sagte Fehlmann.

Die Primarschulgemeinde weiss seit längerem, dass sie in neue Infrastrukturen investieren muss. Einerseits sind Gebäude in die Jahre gekommen, andererseits wächst die Gemeinde stetig. Im Herbst 2016 fiel der Grundsatzentscheid «neu bauen statt sanieren». An einer ausserordentlichen Schulgemeindeversammlung sprach sich der Souverän dafür aus, die Turn- und Mehrzweckhalle Wiel neu zu bauen und ausserdem mehrere Provisorien aufzuheben und in den Neubau zu integrieren.

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