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MÜLLHEIM: Star-Pianist mischt Band auf

Die Brass Band Musikgesellschaft Hörhausen erfindet sich neu. Für ein Konzert in Steckborn hat sie sich mit dem Kreuzlinger Pianisten Benjamin Engeli zusammengeschlossen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen.
Margrith Pfister-Kübler
Benjamin Engeli probt mit der Brass Band Musikgesellschaft Hörhausen im Oberstufenzentrum Rietwies in Müllheim. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Benjamin Engeli probt mit der Brass Band Musikgesellschaft Hörhausen im Oberstufenzentrum Rietwies in Müllheim. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Margrith Pfister-Kübler

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Die Vermutung bestätigt sich. Die Brass Band Musikgesellschaft Hörhausen stellt mächtige Ansprüche an sich selbst. Das liegt eindeutig an Dirigent Roger ­Wellauer und seinen Musikerinnen und Musikern, die sich immer wieder für Sondereinsätze motivieren lassen. Fürs Konzert «Musik im Herbst – Brass und Piano» übernächsten Sonntag in Steckborn konnte sie den Pianisten Benjamin Engeli gewinnen.

Geprobt wird im Singsaal des Oberstufenzentrums Rietwies in Müllheim. Mit Benjamin Engeli brechen die Hörhauser eingespielte Strukturen auf. Pianist ­Engeli ist mit einem Talent gesegnet, das ganz so klingt, als wäre er in einer Konzerthalle zur Welt gekommen. «Ich bin in Kreuzlingen aufgewachsen und wohne jetzt in Aarau», so Engeli, und als er im Probenlokal virtuos in die Tasten haut, ist sofort spürbar, der ist mit grossem Talent gesegnet. «Ich spiele sonst querbeet von Beethoven bis Brahms. Das hier mit der Brass Band Hör­hausen ist eine völlig andere Welt», ergänzt Engeli und lobt die Schweiz. Hier seien die Konzerte mit Laienmusikern sehr verwurzelt, die echte Kultur seien. In vielen Ländern gebe es keine solche Möglichkeiten.

Von London über Wien bis Schanghai und Rio

Bei der Probe ist spürbar, was das Zusammenspiel ausmacht. Verschiedene Spielarten, verschiedene Tempi, ein experimentelles Projekt. Benjamin Engeli, dekoriert mit vielen Auszeichnungen, konzertiert ja sonst in Konzert­sälen wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Wigmore Hall London, der Hamer Hall Melbourne, dem Tatro Municipal Rio de Janeiro, dem Oriental Arts Center Schanghai oder dem Konzerthaus Wien. Und als Solist spielt er im Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Tschaikowsky-Sinfonieorchester Moskau oder im Tonhalle-Orchester Zürich. Seit 2009 ist er als Dozent für Kammermusik an der Hochschule für Musik in ­Basel tätig, und seit 2013 leitet er eine Klavierklasse am Landeskonservatorium Vorarlberg in Feldkirch. Speziell für dieses Konzert am 29. Oktober in Steckborn liessen die Hörhauser das Stück «I got Rhythm» von George Gershwin fürs Klavier von Komponist Fabian Künzli aus Hosenruck umschreiben. Dirigent Roger Wellauer: «Es war schwierig, die richtigen Noten zu finden. Die Interaktion ist gelungen.» Die Finanzierung übrigens auch. Der ehemalige Präsident der Brass Band Hörhausen, Hans Villiger, ist sehr zufrieden: «Wir haben gute Sponsoren, denn unsere Brass Band hat in den vergangenen Jahren an Popularität gewonnen – bei Künstlern, aber auch beim Publikum.» Wie spüren Mitglieder der Brass Band die neue Herausforderung? Cornettspieler Jan Kressebuch meint: «Es ist anders. Die Begleitstimmen sind anders geschrieben. Mit solch einem Solisten zu spielen, bringt uns alle weiter.»

Dirigent fordert Leistung bis zum letzten Ton

Cornett-Spielerin Rebecka Jud meint: «Nach unseren ersten Proben mit Benjamin Engeli war ich positiv überrascht, wie gut es schon geklappt hat.» Obwohl sie am Anfang etwas Schwierig­keiten mit dieser Art von Musikliteratur hatten. «Ja, sogar eine zusätzliche Probe mussten wir einschieben», meint Jud. Auf den ersten Blick würden die Noten zwar nicht schwer aussehen, aber ein solches klassisches Klavierkonzert zu begleiten, sei dann doch nicht so einfach. «Die grösste Herausforderung ist bestimmt die Präzision, wie auch das Spielen von vielen sehr ungewohnt klingenden Akkorden.» Dirigent Roger Wellauer fordert uneingeschränkte Leistung, bis der letzte Ton verklungen ist. Die bessere Akustik in der evangelischen Stadtkirche Steckborn werde den Klang zusätzlich optimieren, zeigen sich alle überzeugt.

Konzert: So, 29. Oktober, 18 Uhr in der evangelischen Kirche Steckborn. Eintritt frei, Kollekte.

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