MÜLLHEIM: Schauspiel mit Nebenwirkungen

Ein Arzt im Liebesrausch und Senioren ausser Rand und Band. Das Stück «Crazy Days im Altersheim» des Theaters Ping Pong feierte am Samstag Premiere.

Andreas Taverner
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Die feurige und resolute Schwester Elsa in Aktion. (Bild: Andreas Taverner)

Die feurige und resolute Schwester Elsa in Aktion. (Bild: Andreas Taverner)

Andreas Taverner

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Es wird gelacht und geschwatzt im grossen Saal des Restaurants Trauben. Die fast 100 Gäste sind bester Laune. Denn nebst dem fein duftenden Essen, das im Eintritt von 45 Franken inbegriffen ist, erwartet sie eine Komödie in zwei Akten.

«Crazy Days im Altersheim» lautet der Titel. Doch erst mal ist bleierne Langweile angesagt. Jassen, warten, essen und schlafen. Dies äussert sich wunderbar in den Dialogen. «Wie spät ist es?», fragt jemand. «Zwei Minuten später als vorher», lautet die Antwort. Aus der Lethargie werden die Bewohner des Heims nur gerissen, wenn im Kommandoton die resolute Schwester Elsa auftritt. «Mittagessen! Pillen fassen!» Die Männer erhalten eine blaue, die Frauen eine rote.

Jetzt soll die Gemeinschaft noch einen betagten Herrn im Rollstuhl in ihre Gruppe integrieren? Sepp Zahner, gespielt von Günther Engeler, meint lapidar: «Du dienst als Jasskartenhalter.» Sagt es und lässt sich vom vermeintlich schwer behinderten Sandro Heinzmann alias Beda Berger die Karten halten. Unterdessen hat Doktor Häfeli, gespielt von Res Reutimann, ganz andere Sorgen. Er möchte mit Schwester Elsa ein neues Leben beginnen. Wäre da nicht seine Frau, die eine grosse Summe bei einer Scheidung verlangen würde. Zu allem Übel stellt ihm Elsa ein Ultimatum. Entweder ist er in einem halben Jahr geschieden, oder er muss sie vergessen.

Da kommen die nicht zugelassenen Wunderpillen gerade recht. Eine Monatspackung verkauft er dem ersten Bewohner für 1000 Franken. Als die restlichen Pensionäre irgendwie genügend Geld auftreiben können, läuft Doktor Häfelis Geschäft mit den Pillen bestens. Denn die Bewohner, die das noch nicht zugelassene Medikament einnehmen, sind nicht mehr wiederzuerkennen. Ihr Alltag ist ab sofort laut, farbig und lustig. Doch die Nebenwirkungen sind extrem. Die Pillen machen extrem süchtig. Als Doktor Karina Hasler von der Ärztekammer ermittelt und sich herausstellt, dass der Herr im Rollstuhl ein Polizist ist, nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Wer wissen will wie die Geschichte zu Ende geht, hat am 18. und 25. März im «Trauben» Müllheim Gelegenheit dazu.