MÜLLHEIM: Kein Entscheid ist auch ein Entscheid

Der Jugendraum beanspruchte an der Budgetversammlung der Evangelischen Kirchgemeinde viel Raum. Doch geklärt ist die Frage der Benützung dennoch nicht.

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Gemeinderätin Barbara Molls legt den Kirchbürgern den Standpunkt der Gemeinde dar. (Bild: Andreas Taverner)

Gemeinderätin Barbara Molls legt den Kirchbürgern den Standpunkt der Gemeinde dar. (Bild: Andreas Taverner)

Am Donnerstagabend sorgte nicht nur der milde Föhn für rote Köpfe im evangelischen Kirchgemeindehaus in Müllheim. Missverständnisse zwischen der Politischen und der Evangelischen Kirchgemeinde sowie verschiedene Interpretationen bezüglich der Nutzung des Jugendraums gaben Anlass zur Diskussion. Es hatten sich 71 Stimmberechtigte eingefunden – gut doppelt so viele wie üblich –, als Kirchgemeindepräsident Walter Knup kurz nach 20 Uhr die Versammlung eröffnet. Er bemerkt, dass die meisten wahrscheinlich wegen Traktandum 7 gekommen seien. Prompt stellt jemand den Antrag, besagtes Traktandum ersatzlos zu streichen. Es lautet: «Auflösung Nutzungsvereinbarung Jugendraum.» Doch das Begehren wird abgelehnt.

So präsentiert Knup zuerst das Budget. Für 2018 budgetiert die Kirchgemeinde ein Minus von rund 41000 Franken. Mit einem Eigenkapital von rund 620000 Franken in der Rechnung 2016 stehe die evangelische Kirche Müllheim gut da, sagt Knup. Das Ziel in den nächsten Jahren sei es, dies auf 300000 Franken zu reduzieren. Dies mit einer allfälligen Steuerfussreduktion im nächsten Jahr. Allerdings stellt an dieser Stelle jemand den Antrag, die Steuern bereits per 2018 um drei Prozentpunkte zu senken. Diesem Antrag gibt die Versammlung in der Folge grossmehrheitlich statt.

«Das Traktandum ist so nicht beschlussreif»

Dann ist besagtes Traktandum 7 an der Reihe. Knup erläutert aus Sicht der Kirchgemeinde die Lage bezüglich Nutzungsvereinbarung des Jugendraums mit der Politischen Gemeinde Müllheim. Er entschuldigt sich für die nicht immer klare Kommunikation zwischen den Beteiligten. So sei das Traktandum wie abgedruckt gar nicht beschlussreif. Die Kirchgemeinde hatte ihren Wunsch nach einer Nutzungsänderung des ­Jugendraums der Gemeinde vor einem Jahr schriftlich mitgeteilt. Der Raum wird sowohl von der offenen Jugendarbeit Müllheim als auch der Jugendarbeit der reformierten Kirche genutzt.

«Nach vier Monaten ist dann eine Bestätigung des Schreibens bei der Kirchenvorsteherschaft eingetroffen», sagt Knup. Gemeinderätin Barbara Molls entgegnet, dass die beiden Jugendorganisationen es eigentlich ganz gut miteinander können. Bester Beweis sei die «Open Church» im September gewesen. So werden verschiedene Lesearten der Benützung des Jugendraums recht emotional eine Stunde lang ausgetauscht. Schliesslich wird das Traktandum mit grossem Mehr an die Kirchbehörde zur Klärung zurückgewiesen. (at)