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MÜLLHEIM: Halt auf halber Strecke

Der Wettbewerb für den Ausbau des Schulzentrums Wiel ist nach dem Nein zum Kredit auf Eis gelegt. Die Behörde sucht mit dem Planungsbüro einen Ausweg. Die betroffenen Architekten setzen auf Dialog.
Stefan Hilzinger
Die Mehrzweckhalle Wiel des Frauenfelder Architekten Eduard Halter aus dem Jahr 1952 könnte einem Neubau weichen. (Bild: Andreas Taverner)

Die Mehrzweckhalle Wiel des Frauenfelder Architekten Eduard Halter aus dem Jahr 1952 könnte einem Neubau weichen. (Bild: Andreas Taverner)

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

Seit zwei Wochen schon steht das Modell in den Büros von zwölf Architekturbüros. Es zeigt die Umgebung von Mehrzweckhalle und Schulanlage Wiel in Müllheim. Hier sollen in den nächsten Jahren für geschätzte 20 Millionen Franken eine neue Mehrzweckhalle und Schulräume entstehen. Doch vorerst bleiben die Modelle unbenutzt. Die Schulgemeinde hat vergangene Woche einen Kredit von 160000 Franken abgelehnt. Das Geld wäre notwendig gewesen, um den angefangenen Architekturwettbewerb zu Ende zu führen.

«Das Projekt ist für den Moment gestoppt. Wir entscheiden in Zusammenarbeit mit den Planern von Strittmatter und Partner, wie es weitergehen soll», sagt Primarschulpräsident Oliver Schmid. Es werde wohl eine ausserordentliche Versammlung notwendig sein. Vor einer Woche störten sich verschieden Votanten daran, dass unter den im sogenannten Präqualifikationsverfahren ausgewählten zwölf Büros nur ein einziges aus dem Thurgau ist. Sie äusserten die Befürchtung, dass die Kosten mit einem Projekt eines auswärtigen Büros höher sind als mit einem hiesigen. Am Vorverfahren beteiligt hatten sich 99 Büros.

«Die guten Resultate rechtfertigen die Kosten»

In einer gemeinsamen Erklärung widersprechen die zwölf Büros dieser Einschätzung: «Durch gut organisierte Wettbewerbe werden günstige und zukunftsfähige Lösungen erzeugt, welche die Kosten des Verfahrens selbst locker rechtfertigen», heisst es in der Erklärung. Es handle sich in Müllheim um einen gut organisierten Wettbewerb. Angesichts der komplexen Aufgabe «ist der klassische Architekturwettbewerb das bestmögliche Verfahren», schreiben die Architekten. Das findet auch Reto Mästinger, Präsident der Thurgau Sektion der Berufsorganisationen SIA. Allerdings bevorzugt er offene Verfahren (siehe Interview).

Unterstellt wurde an der Versammlung, die Zusammenarbeit mit ETH-Architekten sei anspruchsvoller als mit Fachhochschulabsolventen. Doch in fast allen Büros sitzen Fachleute beider Schulen, heisst es in der Erklärung der Architekten. «Diese Durchmischung bündelt breit gefächerte Erfahrung und hohe Kompetenz auf gestalterischer, technischer und organisatorischer Ebene». Damit ein Bauvorhaben gelinge sowie Kosten und Termine eingehalten werden können, brauche es ein gutes Einvernehmen zwischen Bauherrschaft und Planern. «Das ist für uns eine Selbstverständlichkeit.»

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