Müller Martini streicht 50 Stellen

Müller Martini baut in Felben 50 Stellen ab. Die digitalen Medien und der starke Franken bedrängen die Firma.

Merken
Drucken
Teilen

Felben. Der jüngste Stellenabbau bei Müller Martini Buchbinde-Systeme ist der dritte seit April des letzten Jahres. Damals mussten 60 von rund 500 Stellen abgebaut werden. 30 Angestellten wurden gekündigt. Im November des letzten Jahres gab das Unternehmen einen weiteren Abbau von 22 Stellen in Felben bekannt, verbunden mit 14 Entlassungen. Wie Müller Martini nun mitteilt, baut das Unternehmen in Felben 50 weitere Stellen ab.

Ein Teil des Abbaus kann durch vorzeitige Pensionierungen sowie durch die natürliche Personalfluktuation aufgefangen werden. 30 Angestellte erhalten die Kündigung. Für die Betroffenen gilt der bestehende Sozialplan. Lehrlinge sind von den Entlassungen ausgenommen. Nach dem jüngsten Stellenabbau wird Müller Martini in Felben noch 375 Angestellte beschäftigen.

Müller Martini sei in Felben nicht mit einem konjunkturbedingten und vorübergehenden Einbruch des Auftragseingangs konfrontiert, sagt Michael Thüler. «Unser Markt ist kleiner geworden», konstatiert der Geschäftsführer von Müller Martini in Felben. Und weil man es mit einem strukturellen Problem zu tun habe, mache es wenig Sinn, die Kurzarbeit weiterzuführen. Es gelte, das Unternehmen von der Grösse her dem bestehenden Marktvolumen anzupassen.

Das Kerngeschäft von Müller Martini besteht im Bau und in der Entwicklung von Maschinen, die zur Klebebindung eingesetzt werden. Dieses Verfahren wird bei der Herstellung von Broschüren, Katalogen, Telefonbüchern oder Agenden angewandt – Bereiche, die von digitalen Medien stark bedrängt werden. Müller Martini geht denn auch davon aus, dass die Investitionen in Produktionsanlagen auf diesem Markt auch im nächsten Jahr auf dem aktuell tiefen Niveau verharren werden.

Erschwert wird die Situation von Müller Martini zusätzlich durch den aktuell starken Franken: Das Unternehmen liefert 95 Prozent seiner Anlagen ins Ausland. «Aus Sicht der Gewerkschaften ist dieser Stellenabbau tragisch», sagt Erich Kramer, Sekretär der Unia-Sektion Thurgau. Das Unternehmen bewege sich in einer Branche, «die nicht gut läuft». (cw)