Motorengeheul liegt in der Luft

FRAUENFELD. Rund 7000 Zuschauer verfolgten in Frauenfeld die Rennen entlang der Motocross-Piste im Schollenholz, während sich im Festzelt die Lokalprominenz traf. Benzin im Blut hat etwa FDP-Kantonsrat Max Möckli. Er hat selber schon als Fahrer an Motocrossrennen Gas gegeben.

Barbara Hettich
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Eine Karambolage nach dem Start zum Seitenwagen-Grand-Prix. (Bilder: Barbara Hettich)

Eine Karambolage nach dem Start zum Seitenwagen-Grand-Prix. (Bilder: Barbara Hettich)

Die Organisatoren des diesjährigen Motocross in Frauenfeld waren im Vorfeld stark gefordert worden. Denn Regen und Windböen hatten dazu geführt, dass Strecke und Festzelt mehr als einmal aufgebaut werden mussten. Die Qualifikationsläufe am Ostersamstag wurden aufgrund des anhaltenden Regens abgesagt, dafür zeigte sich die Rennstrecke am Ostermontag in bestem Zustand. Einem spannenden Rennen stand somit nichts mehr im Wege.

Entlang der Rennstrecke hatten es sich die vielen Besucher bequem gemacht. Fritz Graf aus Münchwilen sitzt in seinem Campingstuhl. «Heute kann ich erstmals bis zum letzten Rennen bleiben», freut sich der ehemalige Landwirt, der schon seit seiner Jugend motorsportbegeistert ist und die Rennsaison jeweils interessiert mitverfolgt.

Familie Gäumann aus Dättlikon ist erstmals am Motocross in Frauenfeld dabei – und das nur, weil das Motocross in Nänikon abgesagt wurde. Sie sind positiv von der Grösse und dem internationalen und hochkarätigen Teilnehmerfeld überrascht. Vielleicht werde ich auch mal Profifahrer strahlt der 11jährige Janic.

Knill hat die Töffprüfung

Im grossen Festzelt durften die Vertreter des organisierenden Motor- und Radsportvereins Frauenfeld die prominenten Gäste begrüssen. Unter ihnen der künftige Frauenfelder Stadtpräsident Anders Stokholm: «Ich stehe dem Motocross-Sport sehr positiv gegenüber, dieser Anlass gehört zur Vielfältigkeit von Frauenfeld dazu.» Auch Regierungsrätin Monika Knill hat es sich nicht nehmen lassen, «selbst mal zu schauen, wie es mit den PS so steht». Sie habe einst auch einmal die Prüfung für schwere Motorräder abgelegt, verrät sie.

Max Arnold, künftiger Grossratspräsident aus Weiningen ist nie Motorrad gefahren, aber jedes Jahr am Motocross in Frauenfeld anzutreffen: Aus Faszination am Motorsport. Wie gross die Anforderungen an die Fahrer sind, weiss Kantonsrat Max Möckli aus Schlatt aus eigener Erfahrung. Von 1968 bis 1984 hat er selbst an den Motocrossrennen als Fahrer aktiv mitgemischt.

Letztmals im Schollenholz?

Zum 58. Mal hat der Motor- und Radsportverein MRSV Frauenfeld das Motocross in Frauenfeld ausgetragen. Den Verein gibt es seit über 100 Jahren und er zählt derzeit 200 Mitglieder. «Es ist schön, dass wir dieses Jahr wieder einen WM-Lauf durchführen dürfen», sagte Vereinspräsident Stefan Vontobel. Willy Läderach, Urgestein beim MRSV, wand insbesondere dem Stadtrat, der Bürgergemeinde, der Polizei und den Vertretern der Zuckerfabrik ein Kränzchen.

In der heutigen Zeit sei vieles überreglementiert, wenn man aber miteinander spreche, sei doch vieles möglich – nur dank einer Ausnahmebewilligung für das Überqueren der Zürcherstrasse, konnte das Fahrerlager auf das Gelände der Zuckerfabrik verlegt werden. Läderach meinte aber auch, dass man derzeit im Schollenholz an Grenzen stosse, es werde derzeit nach einer besseren Variante gesucht.

• REGIONALSPORT 35

Über den Köpfen der Zuschauer zeigen sich zwei Motocross-Teilnehmer auf ihrer Fahrt über die Piste.

Über den Köpfen der Zuschauer zeigen sich zwei Motocross-Teilnehmer auf ihrer Fahrt über die Piste.

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