Motocross plant Umzug

Das Frauenfelder Motocross soll vom Schollenholz nach Messenriet zügeln. Eine AG um den Frauenfelder Willy Läderach will unweit der Zuckerfabrik ein neues Wettkampfgelände bauen. Anfang August 2016 sind WM-Läufe geplant.

Stefan Hilzinger
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Bauvisiere auf Wiese und Acker zwischen Niederwil und Frauenfeld markieren das künftige Motocross-Gelände. (Bild: Reto Martin)

Bauvisiere auf Wiese und Acker zwischen Niederwil und Frauenfeld markieren das künftige Motocross-Gelände. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Auf einem acht Hektaren grossen Gelände zwischen der Firma Ricoter und dem Dorfrand von Niederwil plant die MXGP Suisse AG ein neues Motocross-Gelände: den zukünftigen Austragungsort des traditionellen Frauenfelder Ostermontags-Motocross und von WM-Läufen. Bauvisiere machen seit kurzem auf das Projekt aufmerksam. Das Baugesuch ist eingereicht und dürfte demnächst bei der Standortgemeinde Gachnang öffentlich aufliegen. Die Bausumme beträgt rund eine halbe Million Franken.

An die Grenzen gestossen

Hinter dem neuen Motocross-Parcours steht unter anderem der Frauenfelder Willy Läderach, der als Geschäftsführer der erwähnten AG amtet. «An der AG sind zehn Gewerbetreibende und Unternehmer aus dem Thurgau und der Ostschweiz beteiligt, die ein Herz für den Motocross-Sport haben», sagt Läderach. Am Standort Schollenholz sei die Veranstaltung je länger je mehr an ihre Grenzen gestossen. Besonders problematisch sei es jeweils, das Fahrerlager auf den frisch bestellten Äckern anzulegen. «2013 war diesbezüglich eine Katastrophe, weil es so nass war.» Künftig soll das Fahrerlager auf dem Areal der Zuckerfabrik eingerichtet werden, auf befestigtem Untergrund.

Damit soll das 55. Ostermontag-Motocross vom kommenden 28. März zur Abschiedsvorstellung im Schollenholz werden. Im nächsten August schon will die AG am neuen Standort in Messenriet WM-Läufe durchführen. «Der Grand-Prix Frauenfeld-Gachnang ist künftig einer von zehn WM-Läufen in Europa, der einzige in der Schweiz», sagt Läderach. Der Vertrag mit der Firma Youth-Stream, die im Auftrag der Fédération International du Motocyclisme die WM organisiert, gilt für drei Jahre.

Auf ein neues Niveau heben

Neu sollen künftig zwei Motocross-Anlässe pro Jahr stattfinden. Das sind die Läufe für die Schweizer Meisterschaft an Ostern und die WM-Läufe Anfang August. «Wir wollen Motocross in Frauenfeld auf eine neue Stufe heben», sagt Läderach, der Jahrzehnte im Vorstand des Motor- und Radsportvereins Frauenfeld (MRSV) wirkte. Der MRSV ist als Partner ebenfalls ins Neubauprojekt eingebunden. «Motocross ist Hochleistungssport. Da wird nicht einfach mit einem Töff auf einer Wiese herumgedreckelt», sagt Läderach. Von der neuen Anlage soll sowohl der Sport als auch die Zuschauer profitieren, die von den Rängen einen guten Einblick auf die Strecke haben. «Es wird eine Art Arena geben», sagt Läderach. Er hält fest, dass nur die beiden Anlässe im Jahr vorgesehen seien. «In der übrigen Zeit dient das Gelände als Viehweide. Es wird auch kein Übungs- oder Trainingsgelände werden.»

Anlass soll in der Region bleiben

Läderach und seine Mitstreiter haben die Behörden von Gachnang und Frauenfeld über ihr Vorhaben informiert. Der Frauenfelder Stadtpräsident Anders Stokholm findet es eine gute Sache, wenn der Region ein traditioneller Sportanlass mit Ausstrahlung erhalten bleibt. «Es geht in gewissem Sinn um Spitzensport – und der Anlass soll mit den geplanten WM-Läufen aufgewertet werden.» Allerdings müssten die Veranstalter alle für einen solchen Betrieb zu erwartenden Auflagen erfüllen. Ähnlich positiv sieht es der Gachnanger Gemeinderat, wie der fürs Ressort Sport zuständige Gemeinderat Denis Bach sagt.

Skepsis in Niederwil

Kenntnis vom Vorhaben hat auch Sandra Theobald, die Präsidentin des Ortsvereins Niederwil. «Es gibt einige skeptische Stimmen im Ort, vor allem, was die Umnutzung des Landwirtschaftslandes angeht», sagt sie. Aus Sicht des Anlasses habe das Projekt aber auch Vorteile.

Joachim Pfaunsch, Werkleiter der Zuckerfabrik Frauenfeld, sieht eine engere Zusammenarbeit mit den Motocross-Veranstaltern positiv. «Der grösste Teil unseres Areals ist ausserhalb der Kampagne ungenutzt», sagt Pfaunsch. Indem die Fabrik den Veranstaltern Flächen und Büros zu Verfügung stelle, könne sie etwas dazuverdienen.

Anfang Oktober laden die Initianten des Parcours' die Anwohner zu einem Informationsanlass ein. Die Einladung gehe demnächst raus. «Wir wollen mit allen eine gute Zusammenarbeit pflegen», sagt Willy Läderach.

Willy Läderach Geschäftsführer der MXGP Suisse AG (Archivbild: Nana do Carmo)

Willy Läderach Geschäftsführer der MXGP Suisse AG (Archivbild: Nana do Carmo)

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