Moos bringt Moos

Kreuzlinger Stadtpräsidentenlohn für Frauenfeld

Mathias Frei
Merken
Drucken
Teilen

Es kann der Hauptstadt nur recht sein, dass Kreuzlingen nun also einen neuen Stadtpräsidenten hat. Die Wahl am 26. November braucht es nicht mehr. Der Kanton hat entschieden und den aktuellen Kreuzlinger Gemeinderatspräsidenten Daniel Moos zum Stapi ernannt. Das war vergangenen Samstag in dieser Zeitung unter dem Titel «Der Kanton als Königsmacher» auf der Seite Region Kreuzlingen zu lesen. Die Staatskanzlei hatte Stapi Moos eine Einladung zu einer Veranstaltung geschickt. Der Kanton hat Kreuzlingen gewissermassen entmündigt. Tja, so schlimm steht es mittlerweile um Kreuzlingen. Aber da will sich die Hauptstadt nicht einmischen.

Doch als vom Regierungsrat die Anfrage betreffend einer fähigen Führungspersönlichkeit beim Frauenfelder Stadtrat eintraf, musste man im Rathaus nicht lange überlegen. Moos hat den nötigen Lokalbezug für diesen Job und darf mit stadträtlicher Erlaubnis sein Frauenfelder Arbeitspensum für das Kreuzlinger Stadtpräsidium um maximal 30 Prozent reduzieren. Denn Moos würde weiter hauptberuflich Energieberater und Energiefachstellenleiter der Stadt Frauenfeld bleiben.

Aber gratis gibt’s heutzutage nichts mehr. Die Hauptstadt leistet Entwicklungshilfe. Das muss natürlich vergütet werden. Die gesetzliche Grundlage dazu ist im Reglement «über die Besoldung der Mitglieder des Stadtrates» zu finden. Dort heisst es: «Ordentliche Entschädigungen, die ein Mitglied des Stadtrates für seine Tätigkeit in Behörden, Vorständen oder Verwaltungsräten juristischer Personen des öffentlichen oder privaten Rechts erhält, in die es von der Gemeinde direkt oder indirekt abgeordnet worden ist, fliessen in die Stadtkasse.» Moos muss seinen Kreuzlinger Stapi-Lohn also in die Frauenfelder Stadtkasse abgeben.

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch