Monogamer Hightechfood

Wie man an den leeren Stühlen erkennen könne, hätten auch Kantonsräte Jokertage, stellte Monika Knill am Mittwoch fest. Das wäre eigentlich kein Problem, wenn nicht auch Anwesende Jokertage einzögen. Oder ein Teil von ihnen. Es gibt ja nicht den Kantonsrat.

David Angst
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Wie man an den leeren Stühlen erkennen könne, hätten auch Kantonsräte Jokertage, stellte Monika Knill am Mittwoch fest. Das wäre eigentlich kein Problem, wenn nicht auch Anwesende Jokertage einzögen. Oder ein Teil von ihnen. Es gibt ja nicht den Kantonsrat. Das erinnert an den TV-Spot, wo drei dicke Männer am Strand ihren Ranzen in die Kamera strecken. «Es gibt nicht den Kunden», sagt die Krankenkasse CSS.

Das gilt erst recht im Strommarkt. Deshalb kann man in Kreuzlingen Strom aus garantiert einheimischer Atomkraft kaufen, also DOCG-Strom. Da weiss man, der Stabmixer wird nicht mit Reststrom betrieben, der während einer Flaute vor Ostfriesland aus der Windturbine gepresst wurde.

Die Begeisterung der Frauenfelder Gemeinderäte für einen Food-Innovations-Park hält sich in Grenzen. Ein Linker stört sich daran, dass das Areal «monogam» benutzt werde. Pascal Frey ist nicht polygam, nur Polymechaniker. Andreas Elliker ist Meisterlandwirt. Er meint, der Staat müsse kein Geld in die Entwicklung von Nahrungsmitteln investieren. Seine Direktzahlungen genügten vollauf.

Der syrische Präsident Assad hat diese Woche mit Putin das weitere Vorgehen in der Raumplanung besprochen. Weil seine Vorgänger an den unmöglichsten Orten Städte gebaut haben, muss Assad dies nun mit grossem Aufwand korrigieren.

Dem Thurgau droht ähnliches. Zuerst wollte die Regierung nur Frauenfeld und Kreuzlingen als «Hauptzentren» bezeichnen. Dann beschwerten sich die Oberthurgauer, so dass nun auch Arbon, Romanshorn, Amriswil und Weinfelden kantonale Zentren sind.

Nun protestiert der Hinterthurgau, der am «Wirtschafts-Highway» der Schweiz liegt. Er wird sodann als urbaner Raum definiert. Dem Frieden zuliebe sollte man auch Affeltrangen, Hugelshofen und Kradolf zu kantonalen Zentren erklären. Und exemplarisch Salen-Reutenen und Karlishueb. Aber dann ist fertig. Raumplanung ist ein globales Problem. In Sibirien hat es noch massenhaft Bauland, nicht aber in Mexico City oder Mumbai. Man müsste Bauzonen über die Gemeindegrenzen verschieben, sagt Kurt Egger, der Präsident der Thurgauer Grünen. Bloss, wie transportiert man eine Bauzone von Nowosibirsk nach Mexico City?

david.angst@thurgauerzeitung.ch