Monika Knill ist beim Wort zu nehmen

Erziehungsdirektorin Monika Knill macht vorwärts mit dem Lehrplan 21: Gestern hat sie die Schulgemeinden beauftragt, ihn auf 1. August 2017 einzuführen. Dabei nimmt sie keine Rücksicht auf die laufende Unterschriftensammlung für die Volksinitiative der Lehrplangegner.

Christof Widmer
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Erziehungsdirektorin Monika Knill macht vorwärts mit dem Lehrplan 21: Gestern hat sie die Schulgemeinden beauftragt, ihn auf 1. August 2017 einzuführen. Dabei nimmt sie keine Rücksicht auf die laufende Unterschriftensammlung für die Volksinitiative der Lehrplangegner. Dass Knill die Arbeiten fortführt, ist konsequent. Wenn eine Gruppe beginnt, Unterschriften zu sammeln, bedeutet das nicht, dass gleich das ganze Projekt gestoppt werden muss.

Wohlgemerkt: Hinter den Lehrplan 21 lassen sich Fragezeichen setzen. Die in ihm aufgeführten Tausenden von Kompetenzen und Kompetenzstufen wecken die Befürchtung, dass es sich um ein bürokratisches Monstrum handelt. Skeptisch sind nicht nur die üblichen Verdächtigen aus dem rechten Lager. Wenn die Gegner aber beispielsweise zum Schluss kommen, dass wegen des Lehrplans die Kinder nicht mehr zu frei denkenden Demokraten erzogen werden, ist das überzogen.

Die Verantwortlichen haben es nun in der Hand, aus dem Lehrplan 21 ein vernünftiges Instrument zu machen. Die Umbenennung in «Lehrplan Volksschule Thurgau» reicht dafür bei weitem nicht. Regierungsrätin Knill und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben gestern beteuert, dass der Lehrplan keine pädagogische Revolution sei, sondern dass er die Praxis fortführe und aktualisiere. Sie haben auch betont, dass die Lehrerinnen und Lehrer ihren Unterricht weiterhin frei gestalten werden. An diesem Versprechen sind sie zu messen: Keine pädagogischen Experimente, keine Verbürokratisierung des Unterrichts und keine Einschränkung der Methodenfreiheit. Wird das glaubhaft umgesetzt, braucht Knill auch eine Volksabstimmung nicht zu fürchten, sollte sie denn zustande kommen.

christof.widmer@thurgauerzeitung.ch

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