Möglichst viele Stellen erhalten

Müller Martini will ihren Standort in Felben-Wellhausen schliessen. Die Arbeitnehmervertreter wollen möglichst viele der 340 bedrohten Arbeitsplätze retten.

Drucken
Teilen
Bei Müller Martini drohen 250 Kündigungen. (Bild: pd)

Bei Müller Martini drohen 250 Kündigungen. (Bild: pd)

FELBEN-WELLHAUSEN. Der grösste Arbeitgeber der Gemeinde Felben-Wellhausen, Müller Martini, will den Standort aufgeben. Es drohen 250 Kündigungen. «Eine Katastrophe», nannte das Erich Kramer, Sekretär der Unia, der mitgliederstärksten Gewerkschaft bei der Müller Martini. Gestern traf er sich mit der Betriebskommission und Vertretern der Gewerkschaften Syna und Angestellte Schweiz, um das Vorgehen während des Konsultationsverfahrens zu besprechen. «Wir hoffen, dass wir möglichst viele Arbeitsplätze erhalten können», sagt Kramer. Unter Federführung der Unia wollten die veteiligten Gewerkschaften die Betriebskommission unterstützen. Das Konsultationsverfahren dauert bis zum 14. August. Als ersten Schritt haben die Arbeitnehmervertreter auf den nächsten Mittwoch eine Betriebsversammlung einberufen. Es gehe dort auch darum, den Mitarbeitenden aufzuzeigen, wie sie das Konsultationsverfahren mitgestalten und Ideen einbringen könnten, sagt Josef Lustenberger, Zentralsekretär Maschinenindustrie der Syna. Um Vorschläge auszuarbeiten, um das Schlimmste abzuwenden, «braucht es ihre Mithilfe. Es betrifft alle Bereiche, bis ins Kader.» Gerade von dieser Seite erhofft sich Lustenberger Ideen, wie der Standort allenfalls in anderer Form weitergeführt werden könnte. Es stelle sich die Frage, ob eine Schliessung wirklich notwendig sei. Um dies zu beantworten, brauche es noch Informationen.

Müller Martini ist in der Herstellung und Entwicklung von Druckweiterverarbeitungs-Systemen und -Anlagen und im Rollenoffsetdruck tätig. Das Unternehmen gab am Donnerstag bekannt, weltweit 550 Stellen streichen zu wollen, 330 davon in der Schweiz. Der Standort in Felben-Wellhausen soll bis in zwei Jahren geschlossen werden. Damit würden im Dorf 340 Arbeitsplätze verlorengehen. Rund 50 Mitarbeitende könnten an anderen Standorten untergebracht werden und für die 39 Lernenden würde eine Lösung gesucht. Als Grund für den Abbau gab Müller Martini den Strukturwandel in der Druckbranche an. Das Unternehmen musste 2012 Umsatzeinbussen von 60 Prozent hinnehmen. (ken)