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Modernes Netz für Energiewende

Der Kanton Thurgau nimmt die Stromnetze unter die Lupe. Sie sollen fit werden für die Zeit nach dem Atomausstieg, wenn viele dezentrale Kleinkraftwerke Strom einspeisen. Diesen Auftrag erteilt der Grosse Rat der Regierung.
Christof Widmer
Die heutigen Stromnetze können die Energiewende noch nicht bewältigen. (Archivbild: ky/Martin Ruetschi)

Die heutigen Stromnetze können die Energiewende noch nicht bewältigen. (Archivbild: ky/Martin Ruetschi)

WEINFELDEN. Der Atomausstieg hat auch Auswirkungen auf die Stromnetze. Sie sind heute darauf ausgerichtet, den Strom von den Grosskraftwerken zu den Verbrauchern zu bringen. Werden die Atomkraftwerke durch viele, kleine dezentrale Kraftwerke ersetzt, muss auch das Netz für den Stromtransport angepasst werden. Schon heute kann ein Verbraucher gleichzeitig Produzent sein, wenn er zum Beispiel eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat. Er bezieht Strom, speist aber auch ein. Dieser wechselseitige Gebrauch dürfte zunehmen. Dafür müssten die Netze aber erst angepasst werden, sagte CVP-Kantonsrat Josef Gemperle (Fischingen) gestern im Grossen Rat. Mit dieser Arbeit seien aber viele kleine Endverteiler überfordert.

Wie die Netze modernisieren?

Gemperle verlangte darum vom Regierungsrat einen Bericht über die künftige Ausgestaltung der Stromnetze im Thurgau. Das Papier soll die langfristigen Grundlagen für die Modernisierung und den Ausbau des Thurgauer Stromnetzes bieten. Es dürfe nicht sein, dass zum Beispiel eine Biogasanlage nicht gebaut werden könne, weil das Stromnetz in der Region nicht die Kapazität habe, den dort produzierten Strom aufzunehmen.

Ängste vor Kosten nehmen

Den verlangten Bericht wird nun der Kanton ausarbeiten. Der Grosse Rat unterstützte Gemperles Antrag mit 80 Ja zu 25 Nein. Ausser einer Mehrheit der SVP-Fraktion waren alle Fraktionen dafür. Kurt Egger (Grüne, Eschlikon) erhofft sich vom Bericht auch Klarheit über die Kosten. Die Gegner der Energiewende behaupteten, der Atomausstieg werde nicht gelingen, weil die Kosten für die Netzanpassung zu gross seien, sagte Egger. «Ich hoffe, dass dieser Bericht die Ängste nehmen kann.»

Wie die Netze in Zukunft aussehen müssen, sei nur vage vorherzusehen, sagte Hanspeter Wehrle (FDP, Münchwilen). «Aber es ist nicht falsch, ein grobes Konzept zu erstellen.» Vielleicht gebe es auch Hinweise, wie die rund 100 Endverteiler effizient in eine neue Struktur eingebettet werden könnten.

Aus Sicht von Cornelia Komposch (SP, Herdern) brauchen gerade die kleineren Endverteiler Unterstützung. Bei der Modernisierung der Netze seien sie mit kostenintensiven Fragen konfrontiert. Es sei sinnvoll, mit Weitblick die Erfordernisse für die Netze festzustellen, sagte auch Urs-Peter Beerli (EVP, Märstetten).

Blatter: Aufgabe der Betreiber

Gegen eine kantonale Analyse der Stromnetze im Thurgau sprach sich David Blatter (SVP, Kreuzlingen) aus. Die Analyse der Netze sei schwierig zu bewerkstelligen mit den vielen Endverteilern auf der untersten Netzebene. Ausserdem hätten die Netzbetreiber bereits Organe mit Kontrollfunktionen. Es sei Aufgabe der Netzbetreiber selber, dafür zu sorgen, dass ihre Netze die Herausforderungen der Zukunft bewältigen können, sagte Blatter. Ausserdem sei eine isolierte kantonale Konsolidierung der Netze ohne Rahmenvorgaben des Bundes nicht sinnvoll.

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