MOBILITÄT: ÖV-Konzept stösst auf Anklang

Der Thurgauer Regierungsrat hat das Konzept Öffentlicher Regionalverkehr Kanton Thurgau 2019–2024 genehmigt.

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Die Bedeutung des öffentlichen Regionalverkehrs hat im Thurgau in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Das Bahn- und Busangebot wurde laufend ausgebaut, die Zahl der Passagiere stieg zwischen 2005 und 2015 um zehn Millionen oder 61 Prozent auf 26,2 Millionen. Die Entwicklung im öffentlichen Regionalverkehr ist damit noch nicht abgeschlossen. Gestützt auf den Ausbau der vergangenen zehn Jahre hat der Thurgauer Regierungsrat das Konzept Öffentlicher Regionalverkehr Kanton Thurgau 2019–2024 genehmigt. Hauptstossrichtungen sind der weitere bedarfsgerechte Ausbau des ÖV im Interesse eines attraktiven Standortes, die Steigerung des ÖV-Anteils sowie die Förderung ressourcen- und klimaschonender Mobilitätsformen. Daraus ergeben sich drei strategische Grundsätze: ein attraktives Fahrplanangebot zwischen den Zentren und in den Agglomerationen, eine bedarfsgerechte Grundversorgung im ländlichen Raum und die Optimierung der Umsteigebeziehungen.

In der Vernehmlassung, in der 101 Stellungnahmen eintrafen, wurde das Konzept als sehr gute und verständliche Grundlage beurteilt. Die Anliegen betrafen insbesondere die Abstimmung mit dem kantonalen Richtplan, die Anpassungen des Zielangebotes 2024 und eine Reduktion der Kosten beziehungsweise eine stärkere Etappierung der Ausbauschritte. Diesen Anliegen wurde in der neuen Fassung Rechnung getragen.

So wird beispielsweise auf den S-Bahn-Linien, die noch nicht integral im Halbstundentakt verkehren, dieser in einem ersten Schritt per Fahrplan 2019 lediglich Montag bis Freitag bis 20 Uhr eingeführt. Auch bei den Buslinien werden die Fahrplanverdichtungen etappiert. Die weiteren Angebotsverbesserungen sollen je nach Entwicklung der künftigen Nachfrage, der Kosten und Erlöse per 2022 bis 2024 realisiert werden. Dabei steht die Einführung einer schnellen S44 Weinfelden–Kreuzlingen–Konstanz und des Halbstundentakts auf der Fähre Friedrichshafen– Romanshorn im Vordergrund.

Die geplanten Angebotsverbesserungen führen zu höheren Abgeltungen an die Transportunternehmen. Gemäss Berechnungen erhöhen sich die Abgeltungskosten für den Regionalverkehr sowie der Kantonsbeitrag an den Bahninfrastrukturfonds des Bundes von 72 Millionen Franken im Jahr 2016 auf 105 Millionen Franken im Jahr 2024. Diese Kosten werden durch den Bund, den Kanton und die Gemeinden finanziert. Nach Abzug der Beiträge der anderen Mitfinanzierer entwickelt sich der Kantonsbeitrag wie folgt: von 28,3 Millionen Franken im Jahr 2016 auf 41,5 Millionen im Jahr 2024. (red)