Mittelschulstrategie ist schon aufgegleist

Der Grosse Rat hat eine Motion durchgewinkt, die ein Konzept zur einheitlichen Ausrichtung aller Thurgauer Mittelschulen fordert. Widerstand war zwecklos. Denn das Amt für Mittel- und Hochschulen ist derzeit sowieso schon daran, ein solches auszuarbeiten.

Silvan Meile
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Roland A. Huber verlangt ein Gesamtkonzept für Mittelschulen. (Bild: Reto Martin)

Roland A. Huber verlangt ein Gesamtkonzept für Mittelschulen. (Bild: Reto Martin)

WEINFELDEN. Unspektakulärer kann eine Abstimmung im Grossen Rat kaum sein. «Wir machen das so oder so, egal wie Sie sich entscheiden», verkündete Regierungsrätin Monika Knill gestern in Weinfelden vor der Abstimmung über die Motion «Gesamtkonzept Thurgauer Mittelschulen». Denn das Amt für Mittel- und Hochschulen sei schon seit dem Jahr 2014 daran, ein Konzept über die gemeinsame strategische Ausrichtung aller Thurgauer Mittelschulen auszuarbeiten, erklärte Knill.

Einheitliche Strategie gefordert

Ein solches forderte Roland A. Huber (BDP, Frauenfeld) in seiner Motion, die gestern zur Abstimmung kam. Hubers Vorstoss war aufgrund dieser Ausgangslage von keiner Fraktion bestritten. Obwohl die Motion einst nur gerade von zehn Ratsmitgliedern unterzeichnet worden war, fand sie gestern schliesslich eine grosse Mehrheit.

«Damit sich unsere Mittelschulen langfristig weiterentwickeln und sich am Markt aller schulischen Angebote behaupten können – auch im Sinne eines Standortmarketings – braucht es strategisch-konzeptionelle Vorgaben», sagte Huber in der Eintretensdebatte. Nur mit einem Gesamtkonzept sei die verbindliche Ausgangslage geschaffen, dass alle Mittelschulen im Kanton eine im Grundsatz einheitliche Strategie verfolgen könnten.

Auf rollenden Zug aufspringen

Alex Frei (CVP, Eschlikon) sprach sich im Namen der CVP/GLP-Fraktion für die Motion aus, stellte aber gleichzeitig in Frage, ob diese überhaupt noch nötig sei. Der Hinterthurgauer bemerkte ausserdem, dass im Konzept auch die beiden ausserkantonalen Mittelschulen Wil und Schaffhausen, die ebenfalls von Thurgauern besucht werden, zu berücksichtigen seien. «Wil und Schaffhausen werden selbstverständlich einbezogen», konnte Regierungsrätin Knill noch im Ratssaal beschwichtigen.

Kristiane Vietze (FDP, Frauenfeld) sieht im Konzept die Grundlage, flexibel auf verändernde Situationen reagieren zu können. Das Konzept soll den Mittelschulen einen gemeinsamen Weg ebnen, ohne aber die Individualität der einzelnen Schulen einzuschränken. Als Orientierungshilfe für die Mittelschulen erachtete Margrith Aerne (SVP, Lanterswil) das geforderte Konzept und sicherte die grossmehrheitliche Unterstützung ihrer Fraktion zu. Eine solche kam auch von den Grünen und der SP. «Das ist der richtige Weg zur gemeinsamen Abstimmung unter den Mittelschulen», sagte Felix Züst (SP, Hauptwil). Joe Brägger (Grüne, Amriswil) verwies darauf, dass der Kanton bereits dabei sei, das geforderte Konzept auszuarbeiten und verglich das Erheblicherklären der Motion mit dem Aufspringen auf einen rollenden Zug, aber ohne Verletzungsrisiko.

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