Mit zweieinhalb Kilo Heroin gedealt

Der 27jährige Serbe war eigens für den Drogenhandel in die Schweiz eingereist. Der gelernte Automechaniker wollte mit dem so verdienten Geld Schulden bezahlen.

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Der 27jährige Serbe war eigens für den Drogenhandel in die Schweiz eingereist. Der gelernte Automechaniker wollte mit dem so verdienten Geld Schulden bezahlen. Das Heroin hatte er binnen eines Monats – von Mitte Januar bis Mitte Februar 2012 – in verschieden grossen Portionen an diverse Kunden abgesetzt.

Die Anklage sah es als erwiesen an, dass er 2595 Gramm Heroin in insgesamt rund 48 Fällen in einem Wert von 85 070 Franken veräussert hatte. Das Rauschgift bezog er durch einen ihm unbekannten serbischen Mittelsmann in Zürich. Für den Verkauf sei ihm eine mengenabhängige Provision von fünf bis zehn Prozent des Erlöses versprochen worden. Tatsächlich habe es jedoch Schwierigkeiten mit der Bezahlung gegeben; er selbst will nur 600 Franken erhalten haben.

Über 9000 Franken Schulden

Der junge Mann, der bis zu den begangenen Heroinverkäufen sowohl im Ausland als auch in der Schweiz vorstrafenlos war, zeigte sich vor den Schranken des Gerichts einsichtig und reuig. Er akzeptierte im voraus die vom Staatsanwalt geforderte Strafe von 36 Monaten Haft, wobei zwölf Monate unbedingt, der Rest unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufzuschieben sei.

Seit März im Strafvollzug

An die Haftstrafe angerechnet werden dem seit März 2012 im vorzeitigen Strafvollzug einsitzenden Mann die bisherige Haftzeit sowie die 30 Tage Untersuchungshaft von Mitte Februar bis Mitte März 2012. Ebenso verfügte das Gericht, dass diverse beschlagnahmte Gegenstände (Mobiltelefone usw.) sowie Geldbeträge von 1700 Franken und 150 serbischen Dinare zur Deckung der Verfahrenskosten einzuziehen seien.

Desgleichen muss er Verfahrens- und Untersuchungskosten von 4134 Franken tragen. Dazu kommen noch Anwaltskosten von 4900 Franken, die der nun Verurteilte zurückzahlen muss, sobald er dazu finanziell in der Lage sein sollte.

Die Gerichtsvorsitzende bezeichnete das Verschulden des Angeklagten als «schwer», zumal er zum einen bandenmässig organisiert gewesen sei und zum anderen mit einer grossen Menge Heroin gehandelt habe. Die Gefährlichkeit der Droge Heroin und die Tatsache, dass er eigens für den Drogenverkauf in die Schweiz eingereist sei, wirkten strafverschärfend.

Als strafmindernd wertete die Richterin die Tatsache, dass er mit den Behörden kooperiert habe, in der Bande ein rangniedrigeres Mitglied gewesen sei und nur einen geringen Teil der versprochenen Provision erhalten habe. Die Richterin wies den Verurteilten darauf hin, dass er jetzt wohl gelernt habe, dass es sich nicht lohne, mit Verbrechen seine Schulden zurückzahlen zu wollen, habe er doch jetzt nicht nur Schulden zu Hause, sondern auch in der Schweiz angehäuft.

Der Verurteilte bedankte sich

In seinem Schlusswort bedankte sich der nun Verurteilte dafür, dass er von den 36 Monaten Haft bei guter Führung nur zwölf abzusitzen habe. Er wolle nach der Freilassung wieder nach Serbien zurückkehren und dort eine weiterführende Schule zum Verkehrstechniker besuchen.

Christof Lampart

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