Mit zugeklebtem Visier durch die Zuckerfabrik tappen

Diese Woche besuchen 94 Feuerwehrleute – darunter drei Frauen – aus dem ganzen Thurgau den Atemschutzkurs in Frauenfeld. Geübt wird vor allem auf dem Areal der Zuckerfabrik.

Christof Lampart
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Rauchsimulation: Mit zugeklebtem Visier kämpfen sich zwei Atemschutzspezialisten an einem Seil entlang voran. (Bild: Christof Lampart)

Rauchsimulation: Mit zugeklebtem Visier kämpfen sich zwei Atemschutzspezialisten an einem Seil entlang voran. (Bild: Christof Lampart)

Frauenfeld. «Die Zuckerfabrik ist ideal für unsere Zwecke. Wenn wir all die Hindernisse aufbauen müssten, die hier in den Halle bereits vorhanden sind, dann wäre das ein enormer Aufwand für uns», erklärt Kurskommandant René Zingg, Frauenfeld. Tatsächlich sind die meisten Übungsposten auf dem Areal der Zuckerfabrik zu finden. Aber auch auf dem restlichen Stadtgebiet – etwa bei der alten Kantonsschule, auf der Rückseite des FW-Bahn-Depots oder im Altersheim Stadtgarten – sind dieser Tage Atemschutzspezialisten am Werk.

Mit zugeklebtem Visier

Bis anhin, so Zingg am Mittwochvormittag, verlief «alles wie geplant». Die in zwölf Klassen eingeteilten Männer und Frauen hätten «motiviert mitgemacht» und in Sachen Unfälle stehe zum jetzigen Zeitpunkt noch eine «Null» in der Statistik. Mit 94 Frauen und Männern ist der Kurs «eher gross». Das sieht man auch daran, dass bei zwölf Klassen der eigene Bestand an Atemschutz-Instruktoren nicht ausreicht. «Wir haben für diesen Kurs zwei Instruktoren aus dem Appenzellerland hinzugezogen. Auch hier sind wir froh, dass die Zusammenarbeit so unkompliziert über die Kantonsgrenzen hinweg geklappt hat», zeigte sich Zingg erfreut.

Der Kurskommandant führt die gestiegene Nachfrage nach Kursplätzen unter anderem darauf zurück, dass viele Ortsfeuerwehren in den letzten Jahren stark subventionierte Atemschutzgeräte angeschafft haben. «Da steigt natürlich auch der Bedarf nach solchen Kursen», so Zingg. Wobei dieser Kurs keine Grundausbildung ist, denn diese erhalten sie bei der eigenen Feuerwehr. Vielmehr geht es an diesen vier Tagen darum, auf den vorhandenen Kenntnissen aufzubauen und auch mal Dinge zu tun, wozu zu Hause einfach die Infrastruktur fehlt.

Kommunikation lebenswichtig

Dazu gehört die spektakuläre Selbstrettung in der Zuckerfabrik oder ein Gebäude, das im «blinden Zustand» – das Helmvisier wird mit undurchsichtigem Klebeband zugeklebt – zu zweit erkundet werden muss. Da heisst es Seil fassen und Händchen halten, will man nicht die Orientierung innert kürzester Zeit verlieren. «Bei dieser Übung kommt es vor allem auf die Kommunikation zwischen den Feuerwehrleuten an», erklärt Zingg.

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