Mit viel Plausch auf dem Eis

Eine Eishalle gibt es im Hinterthurgau nicht, einen Hockeyclub aber schon. Gegründet von ein paar Plauschspielern, hat sich der Club mittlerweile einen Namen über die Region hinaus gemacht.

Natalie Brägger
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Voller Einsatz in Grün-Gelb: Der HC Hinterthurgau im Spiel gegen die Tatankas aus Romanshorn. (Bild: Reto Martin)

Voller Einsatz in Grün-Gelb: Der HC Hinterthurgau im Spiel gegen die Tatankas aus Romanshorn. (Bild: Reto Martin)

«Wie viele sind wir heute?», fragt Präsident Giovi De Martin seinen Trainer Christian Schönenberger rund eine Stunde vor Spielbeginn. «Etwa 14 Spieler, ich ziehe mich deshalb auch noch um», antwortet dieser. «Organisiere noch jemanden, der an der Bande steht.» Beim HC Hinterthurgau geht es, wie unschwer zu erkennen ist, spontan zu und her. «Sicher liegt der Schwerpunkt bei uns auf dem Eishockey», sagt Giovi De Martin, der schon seit acht Jahren als Präsident des HC Hinterthurgau amtet, «genau so wichtig ist aber das Kollegiale und der gesellschaftliche Teil nach jedem Training.

» Diese Mischung von Sport und Spass scheint beim HC Hinterthurgau zu stimmen und sich auch positiv auf die Leistung der Mannschaft auszuwirken. So hat sie vor einigen Jahren den Aufstieg in die A-Gruppe der Thurgauer Hobbyliga geschafft, in der sie sich nun gut behaupten kann.

Als «Puck Fighters» angefangen

Seinen Ursprung hat der HC Hinterthurgau in einer Gruppe Hinterthurgauer, die sich jeweils am Samstagmittag, wenn das Eis im Wiler Bergholz für alle offen war, fürs Eishockeyspielen trafen.

«Mit der Zeit merkten wir, dass immer mehr mit uns mitspielen wollten, und beschlossen dann, ein offizielles Team zu bilden», erinnert sich Gründungspräsident Pius Schmucki. Unter dem Namen «Puck Fighters» nahmen die begeisterten Hobby-Eishockeyaner in der Saison 1983/84 an den ersten Plauschturnieren teil. Um für Sponsoren attraktiver zu wirken, habe man den Verein 1992 in HC Hinterthurgau umbenannt, erklärt der ehemalige Präsident Markus Kuttelwascher.

«Wir waren von einem Plauschclub zu einem bekannten Team mit mehr Ehrgeiz geworden», erinnert er sich. Man habe in den 1990er-Jahren deshalb auch darüber nachgedacht, mit dem Team in die Schweizer Eishockeyliga einzusteigen. «Wir haben uns dann bewusst dazu entschlossen, ein Plauschclub zu bleiben», fügt Markus Kuttelwascher hinzu, «die Kosten für den Ligabetrieb wären für uns zu hoch gewesen.» Trotz Konzentration auf das plauschmässige Hockeyspielen hat sich der Verein weiterentwickelt, das Einzugsgebiet ist über den Hinterthurgau hinaus gewachsen.

Trainiert wird noch immer am Samstag über Mittag oder auch am Freitagabend.

«Nobelclub» in der Hobbyliga

34 aktive Mitglieder stehen offiziell auf der Liste von Präsident Giovi De Martin. Im Training seien sie jeweils etwa 15, erzählt der Elgger. Mit dabei seien aber jeweils sogar zwei Getränkemacher, ergänzt er schmunzelnd. «Wir sind der Nobelclub in der Hobbyliga.

» Obwohl der Verein keine eigene Nachwuchsabteilung hat, finden immer wieder neue Spieler den Weg in die Mannschaft. Diese lebt von der Mund-zu-Mund-Werbung, zudem spielen schon Söhne von Gründungsmitgliedern mit.

«Das Kollegiale verbindet uns», sagt Giovi De Martin und gibt offen zu, dass auch er am Freitagabend vor allem wegen dem Döner danach ins Training geht.

Verbindend im Verein sind auch die vielen Erlebnisse, welche die Eishockeyaner neben dem Eis miteinander erlebt haben. Dies wird im Gespräch mit Pius Schmucki, Markus Kuttelwascher und Giovi De Martin, den drei Präsidenten in der Geschichte des Vereins, unweigerlich klar. Höhepunkte im Vereinsjahr sind das Trainingslager im September oder auch der Chlausabend.

Sich schriftlich bewerben

Neumitglieder sind beim HC Hinterthurgau willkommen. Allerdings müssen sie in einem schriftlichen Antrag an die Generalversammlung verkünden, warum sie im Verein mitmachen wollen. «Das dient allerdings eher der Belustigung», lacht Giovi De Martin und erinnert sich im gleichen Atemzug und unter grossem Gelächter seiner Kollegen an weitere Vereinsanlässe und Anekdoten.