Mit Projektarbeit zu mehr Selbständigkeit

Ein Kleid, ein Tisch oder ein Lied: Frauenfelder Sekundarschülerinnen und -schüler bringen in der Projektarbeit Erstaunliches zustande. Nächste Woche präsentieren die Oberstufenschüler ihre Projekte der Öffentlichkeit.

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Lehrerin Janina Jakob erklärt, worauf es beim Vorbereiten des Vortrags zur Projektarbeit ankommt. (Bild: pd)

Lehrerin Janina Jakob erklärt, worauf es beim Vorbereiten des Vortrags zur Projektarbeit ankommt. (Bild: pd)

FRAUENFELD. «Nein, das wird nichts», sagt Nicole entnervt und steht auf. Ihre Banknachbarin Jessica schaut von ihrem Laptop auf. «Wieso, sieht doch gut aus», sagt sie. Die beiden Mädchen besuchen das neunte Schuljahr an der Schulanlage (SA) Ost der Sekundarschulgemeinde Frauenfeld. Sie sind zwei von 39 Jugendlichen, die sich seit Januar an einem Nachmittag pro Woche mit einem Projekt ihrer Wahl beschäftigen. Nächste Woche werden sie ihre Arbeit öffentlich ausstellen (siehe Kasten).

Die Sekundarschulgemeinde hat diese abschliessende Projektarbeit im vergangenen Schuljahr wieder eingeführt. Der Initiant war Matthias Weckeman. der Schulleiter der SA Ost in Felben-Wellhausen. Er ist sehr überzeugt, dass dadurch die Selbständigkeit und Eigeninitiative jedes Schülers gefördert wird. Seiner Meinung nach sollten auch die Erst- und Zweitklässler der Sekundarschule vermehrt an das eigenständige Lernen heranführen und so frühzeitig auf diese Form des Unterrichts vorbereiten. Eine Umfrage zeigt, dass die Schüler diese Selbständigkeit sehr schätzen.

Rund sechzig Stunden Aufwand

Im ersten Semester der dritten Oberstufe haben die Schüler mit der ganzen Klasse drei Lektionen pro Woche Projektunterricht. Dort sollen sie lernen, wie sie bei der Arbeit an einem längerfristigen Projekt vorgehen sollten. Dazu gehört nebst der sauberen Projektplanung auch das Dokumentieren der Fortschritte sowie die Präsentation der Ergebnisse. Im zweiten Semester nutzen die Schüler diese drei Lektionen pro Woche, um an ihrem eigenen Projekt zu arbeiten. Die Lehrer unterstützen die Schüler dabei fortlaufend, ihre Ziele zu erreichen. Die Schwierigkeit hier liegt bei der Balance zwischen Gewährenlassen und Eingreifen. Insgesamt investiert der einzelne zwischen fünfzig und sechzig Stunden in sein Vorhaben. Dieses wird dann jeweils im Sommer präsentiert. Die Arbeiten werden dabei von einem Lehrer nach Arbeitsprozess und Endresultat bewertet und werden im Zeugnis mit einer Note vermerkt.

Schwieriger als gedacht

Die Entscheidungsfreiheit der Schüler bei der Wahl ihrer Projekte hat für eine grosse Bandbreite an Ergebnissen gesorgt. Kevin hat beispielsweise einen massiven Tisch aus Fichtenholz für den Jugendtreff geschreinert. «Es war schwieriger, als ich gedacht habe», sagt der angehende Multimedia-Elektroniker. Nicole hat musikalisch gewirkt und ein Musikstück kreiert. Sie konnte ihr eigenständig komponiertes und geschriebenes Lied «Who I am» bereits an einem Konzert bei der Jugendmusikschule Frauenfeld vorsingen. Die Freundinnen Valbona, Naemi und Cheyenne haben ein kreatives Projekt im textilen Werken gewählt. Sie haben ein Ballkleid, ein Sommerkleid respektive eine Sporttasche genäht. Die drei Abschlussklässlerinnen sind sehr stolz, dass sie ihre Projekte bis zum Schluss durchgezogen haben, trotz vieler Komplikationen und Rückschläge. (red.)