Mit Milch, Bier und Blumen für's Haar

Wer in den Partyhimmel will, muss zuerst Schlange stehen. Das galt gestern nachmittag für die Festivalgänger auf der Grossen Allmend – bis das 21. Frauenfelder Open Air um 16 Uhr seine Tore zum Campinggelände öffnete. Und heute geht's los mit Livemusik.

Viola Stäheli
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Die ersten Open-Air-Gänger nehmen das Campinggelände in Beschlag. (Bild: Reto Martin)

Die ersten Open-Air-Gänger nehmen das Campinggelände in Beschlag. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Es ist zwei Uhr nachmittags, Zeit fürs erste Bier. Am Bahnhof sitzt eine Gruppe junger Männer. Um sie herum Grünabfuhrkübel, Kühlboxen und jede Menge Taschen. Alle haben ein Bier in der Hand. «Wir haben aber erst jetzt mit dem Trinken angefangen», sagt Calu Pacozzi, ein Open-Air-Besucher aus dem zürcherischen Birchwil.

Mehr ums Zelt als bei der Bühne

Insgesamt sind sie 18 Leute, die zusammen das Festival besuchen. Heute sind sie aber erst zu fünft in Frauenfeld. Ihre Aufgabe: das Zelt aufbauen. «Ich freue mich vor allem auf D12, C2C und Kendrick Lamar», sagt Pacozzi. Nebst der Musik sei aber auch die Atmosphäre am Open Air grossartig.

«Wir chillen deshalb wahrscheinlich wieder mehr beim Zelt als vor der Bühne», meint Pacozzi lachend. Dafür sind die Männer bestens ausgerichtet: Sie haben einen Pavillon, mehrere Kühltruhen, Campingstühle und ausreichend Gras eingepackt.

Ausserdem habe ein Freund darauf bestanden, Milch einzukaufen. «Er möchte unbedingt sein Müesli essen können», sagt Pacozzi. Im Gepäck hat es nebst der Milch eine weitere Besonderheit: Absperrband. Damit wollen die Männer ungebetene Besucher vom Zelt fernhalten.

Im vollgepackten Bus

In der Zwischenzeit hat Pacozzi sein Gepäck im Shuttlebus verstaut. Der Bus ist randvoll mit Rucksäcken, Kartonschachteln und Tischen. Nach fünf Minuten erreichen die Fahrgäste das Open-Air-Gelände. Von überall her strömen junge Leute in den Wartebereich und richten sich dort ein.

Ein Walliser Familienausflug

Schon länger ist die Walliserin Adeline Luyet auf der Grossen Allmend. Sie ist mit drei Schwestern und zwei Cousinen unterwegs. «Ein richtiger Familienausflug», meint Luyet lachend.

Auch sie haben reichlich Gepäck: Die Frauen haben jede Menge Kleider, ein aufblasbares Schwimmbad, Bodypainting-Utensilien und Blumen fürs Haar dabei. Halt alles, was für einen Festival-Look nötig sei. Auch das Bier darf nicht fehlen. Im Rucksack hat Luyet die maximal erlaubten drei Liter dabei, doch sie hat einen Joker im Ärmel. «Wir haben noch mehr Bier im Auto verstaut», sagt sie verschmitzt. Luyet ist seit acht Uhr auf den Beinen, dann fuhr der Zug nach Frauenfeld. Nun warten die jungen Frauen bereits seit vier Stunden auf dem Gelände. «Ich freue mich am meisten auf Soprano und Nicki Minaj», sagt Luyet. Aber es sei vor allem die Atmosphäre, die das Frauenfelder Open Air ausmacht.

Um 16 Uhr ist es dann endlich so weit, die ersten Besucher dürfen rein. Zugelassen ist man aber nur mit einem Early-Bird-oder Premium-Ticket. Konzerte gibt es noch keine, aber für Pacozzi und Luyet hat ein guter Zeltplatz die absolute Priorität. Denn die beiden wollen vor allem eines am Open Air: eine gute Zeit verbringen und Spass haben.

Alle Bilder zum Open Air auf www.thurgauerzeitung.ch

Adeline Luyet (23) Besucherin aus Sion (Bilder: Viola Stäheli)

Adeline Luyet (23) Besucherin aus Sion (Bilder: Viola Stäheli)

Calu Pacozzi (18) Besucher aus Birchwil

Calu Pacozzi (18) Besucher aus Birchwil

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