Mit Leidenschaft in der Wirtschaft

Eine illustre Gesellschaft aus Wirtschaft und Politik liess sich gestern morgen von Ex-Skirennfahrer Marco «Büxi» Büchel leidenschaftlich mitreissen. Man war sich einig: Am vierten Tag der Frauenfelder Wirtschaft sprang der Funke über.

Mathias Frei
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Marco Büchel: Ex-Spitzensportler, aber immer noch mit Leidenschaft dabei. (Bilder: Mathias Frei)

Marco Büchel: Ex-Spitzensportler, aber immer noch mit Leidenschaft dabei. (Bilder: Mathias Frei)

FRAUENFELD. Marco Büchel hat's raus. Wenn er von einer Bormio-Abfahrt erzählt, als sein Innerstes zwei Minuten lang geschrien habe, macht er Emotionen erlebbar. Der ehemalige Skirennfahrer aus Liechtenstein kommt erfrischend hemdsärmlig daher – und spricht mit Leidenschaft von seiner vergangenen Leidenschaft. Das gefällt den 200 Zuhörern aus Wirtschaft und Politik, die sich gestern zum Morgen-Event des Tags der Frauenfelder Wirtschaft im Rathaus eingefunden haben. (siehe Kasten).

Ein Erfolgs-Zmorge

Leidenschaft: Das ist das Überthema der vierten Ausgabe des Tags der Frauenfelder Wirtschaft. Stadtpräsident Anders Stokholm hofft, dass alle Anwesenden gut gefrühstückt haben. Die Extraportion Leidenschaft, die es für Erfolg in der Wirtschaft brauche, könne hier abgeholt werden.

Büchel hat 300 Weltcuprennen bestritten, «vier gewonnen, 296 verloren», wie er selber sagt. «Leidenschaft ist Multiplikator und Motor in einem.» Und man glaubt es ihm aufs Wort. Ihm, der erzählt, wie sein grosses Ski-Idol Andreas Wenzel ihm geraten hatte, besser am Strand Liegestühle zu vermieten als Skirennfahrer zu werden. Wie er so vom liebsten Bier redet, nämlich dem ersten nach dem Rennen. Und dann die Lauberhornabfahrt: «Wenn die Lunge brennt, die Schenkel schreien. Da kannst du nichts gewinnen, aber am Schluss alles verlieren.» Marco «Büxi» Büchel, wie er leibt und lebt. Dabei reize ihn heutzutage das Skifahren auf normalen Pisten gar nicht mehr gross. Er gehe mittlerweile lieber auf Skitouren, wie er verrät.

Freude macht Arbeit besser

Büchel hinterlässt einen bleibenden Eindruck, unter anderem bei Regierungsrätin Carmen Haag. Was sie an Spitzensportlern wie Büchel fasziniere, sei deren Engagement und Emotionen. «Wenn man Freude an einer Arbeit hat, macht man sie besser: Das nehme ich aus diesem Referat in den Arbeitstag mit», sagt sie. Der Tag der Frauenfelder Wirtschaft sei in Sachen Vernetzung sehr förderlich. Zudem könne man sich mit solchen Veranstaltungen auf Gemeinsamkeiten einschwören. Der Funke sei mit Sicherheit auf die Besucher übergesprungen.

Schon mit der vierten Durchführung des Tags der Frauenfelder Wirtschaft sei dieser zu einer Institution geworden. Das tue dem Zusammenhalt in der Wirtschaft gut, findet Oliver Vietze, Baumer-CEO sowie Präsident des mitveranstaltenden Industrie- und Handelsvereins der Region Frauenfeld (IHF). Mit zwei kleinen, konzentrierten Auszeiten am Anfang und Ende eines Tages, wie sie hier angeboten würden, könne man sich seiner selbst besinnen, Inputs mitnehmen und so Kraft schöpfen für Neues. In Franken aufrechnen lasse sich dies aber nicht, sagt Vietze.

In Anlehnung an Büchels Referat sagt der IHF-Präsident: «Ich fühle mich jetzt wie im Starthäuschen. Vor mir liegt ein Tag mit seinen Herausforderungen, der mir keine Angst bereitet, weil ich auf der Strecke die Kanten richtig einsetze.» Oder wie Büchel sagt: «Es braucht mehr Mut, aus dem Starthaus hintenraus abzuschleichen.»

Carmen Haag Regierungsrätin Departement Bau und Umwelt

Carmen Haag Regierungsrätin Departement Bau und Umwelt

Oliver Vietze CEO Baumer Electric AG und Präsident IHF

Oliver Vietze CEO Baumer Electric AG und Präsident IHF