Mit heilenden Händen helfen

FRAUENFELD. Franz Anton Mesmer (1734 bis 1815) verstand sich selbst als Sohn der Aufklärung. Dennoch war er nicht vollkommen frei vom Aberglauben. Oft lauschte er der Natur und kam zum Schluss, dass alles lebt. Dieser Gedanke des «All-Lebens» begeisterte ihn.

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Franz Anton Mesmer Deutscher Arzt, Heiler und Begründer des «Mesmerismus» (Bild: Wikipedia)

Franz Anton Mesmer Deutscher Arzt, Heiler und Begründer des «Mesmerismus» (Bild: Wikipedia)

FRAUENFELD. Franz Anton Mesmer (1734 bis 1815) verstand sich selbst als Sohn der Aufklärung. Dennoch war er nicht vollkommen frei vom Aberglauben. Oft lauschte er der Natur und kam zum Schluss, dass alles lebt. Dieser Gedanke des «All-Lebens» begeisterte ihn. So begann er zu glauben, dass die selbe Lebenskraft, die in den Sternen oder in Heilkräutern steckte, auch in ihm schlummerte. Er verspürte nun den starken Wunsch, Menschen zu helfen.

Mesmer wurde in Iznang nahe Konstanz geboren. 1766 erhielt er von der medizinischen Fakultät in Wien den Doktortitel. Acht Jahre später, im Alter von 40 Jahren, erfuhr Mesmer zum ersten Mal vom Heilerfolg des Jesuitenpaters und Astronomen Maximilian Hell, der mit Magneten arbeitete. Mesmer begann selbst zu experimentieren und kam zum Schluss, dass die Heilkraft nicht von den Magneten, sondern von seinen eigenen Händen stammte. Er sprach oft von seiner Lehre des «animalischen Magnetismus» – heute auch «Mesmerismus» genannt – die besagt, dass Krankheiten durch eine suggerierte «Krise» konfrontiert und geheilt werden können: Die Symptome traten vor der Heilung um ein Vielfaches intensiver und schmerzhafter auf. Mesmer arbeitete vor allem mit seinen Händen, Stimme und Musik. Seine Methode, die letztlich auf Suggestionen fusst, legte den Grundstein für medizinische Hypnose bis hin zur analytischen Psychologie. (lie)

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