Mit Hammer Heckscheibe eingeschlagen

Die Thurgauer Justiz hat einen Mann zu Recht wegen Sachbeschädigung verurteilt, weil er mit einem Hammer die Heckscheibe eines Fahrzeugs eingeschlagen hat. Der Täter hatte sich selber verraten.

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Die Thurgauer Justiz hat einen Mann zu Recht wegen Sachbeschädigung verurteilt, weil er mit einem Hammer die Heckscheibe eines Fahrzeugs eingeschlagen hat. Der Täter hatte sich selber verraten.

Am 20. Dezember 2012 fand eine Frau in Egnach ihr Fahrzeug mit eingeschlagener Heckscheibe vor. Sie verdächtigte ihren ehemaligen Freund der Tat – sie hatte ihn als Täter erkannt. Und tatsächlich: Auf dem beschlagnahmten Hammer wurden DNA-Spuren sichergestellt, die dem ehemaligen Freund zugeordnet werden konnten.

Bis ans Bundesgericht

Obwohl der Mann die Tat bestritt, verurteilte ihn das Obergericht des Kantons Thurgau im Berufungsverfahren wegen Sachbeschädigung zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 90 Franken und zu einer Busse von 1000 Franken.

Der Verurteilte rief das Bundesgericht an und verlangte einen Freispruch. Zur Begründung führte er unter anderem an, es sei ja logisch, dass sich auf dem bei der Ex-Freundin gefundenen Hammer hauptsächlich seine DNA-Spuren befänden, da ihm das Werkzeug schliesslich gehöre. Ein Beweis dafür, dass er die Heckscheibe zertrümmert habe, sei dies jedoch nicht.

Selber verraten

Das Bundesgericht in Lausanne hat sich mit diesem Einwand nicht weiter beschäftigt. Grund: Der Mann hatte gegenüber der Staatsanwaltschaft bereits zu einem Zeitpunkt von einem Hammer als Tatwerkzeug gesprochen, als die Untersuchungsbehörden ihn noch gar nicht über das Tatwerkzeug informiert hatten. Zu Recht sei das Obergericht angesichts dieses merkwürdigen Umstandes stutzig geworden, meint das Bundesgericht – und ist gar nicht auf die Beschwerde eingetreten. (tzi)

Urteil 6B_1049/2014 vom 27.11.2014