Mit grünen Türen aus Roggwil in den Öko-Markt

ROGGWIL. Die Bauwirtschaft kann viel beitragen, mit einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Produktion Ressourcen zu schonen. Der Türenhersteller RWD Schlatter ist mit Neuentwicklungen schweizweit einer der Vorreiter. Mit dem Label «Natureplus» will das Unternehmen neue Markttüren aufstossen.

Max Eichenberger
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«Natureplus»-Zertifikat für den Roggwiler Bauausrüster RWD Schlatter und dessen Geschäftsführer Roger Herzig (r.). Links Bosco Büeler, Vizepräsident des Vereins Natureplus international. (Bild: Max Eichenberger)

«Natureplus»-Zertifikat für den Roggwiler Bauausrüster RWD Schlatter und dessen Geschäftsführer Roger Herzig (r.). Links Bosco Büeler, Vizepräsident des Vereins Natureplus international. (Bild: Max Eichenberger)

Der Roggwiler Türenbauer fährt neuerdings auf der grünen Produktionsschiene. Nicht was die Farbpalette der Türen betrifft, sondern die Ökologie. Und damit auch die Nachhaltigkeit wie die Qualität.

Die ersten «Kleinen»

Drei in den letzten drei Jahren neu entwickelte Türenmodelle sind mit dem «Natureplus»-Label zertifiziert worden und gehen jetzt in den Markt. «Wir sind die erste <kleinere> Unternehmung mit diesem Zertifikat und sind stolz. Natürlich setzen wir unsere Hoffnung darin, dass die ökologischen Entwicklungen uns auch den Lohn in Form von wirtschaftlichem Erfolg eintragen», sagte Geschäftsführer Roger Herzig gestern bei der Übergabe des Zertifikates.

170 Mitarbeiter – 70 000 Türen

Den Begriff der «kleinen Unternehmung» nannte er im übrigen im europäischen Vergleich. Denn mit jährlich 70 000 Türen hat RWD Schlatter einen stattlichen jährlichen Produktionsausstoss. Fünf Prozent gehen in den Export. Die Firma beschäftigt 170 Mitarbeiter, über hundert davon Herzig zufolge in Roggwil. Weil Nachhaltigkeit seit Fukushima in aller Munde ist und ökologische Fragen zunehmend die Diskussionen prägen und das Verhalten der Wirtschaft wie der Konsumenten mitbestimmen, haben Unternehmen, die ökologisch produzieren, gute Karten im Wettbewerb.

Bauwirtschaft am Zug

Auf dieser Welle will das Roggwiler Unternehmen mitreiten, nachdem es bereits schon Auszeichnungen für seine Betriebskultur eingeheimst hat.

Die Bedeutung der Bauwirtschaft werde vor dem Hintergrund des neu entfachten ökologischen Bewusstseins immer wichtiger, betonte Bosco Büeler, Vizepräsident von «Natureplus». Er veranschaulichte dies an Zahlen: Denn 40 Prozent der Rohstoffressourcen beanspruche allein die Bauwirtschaft. Und sie verbrauche zudem einen knappen Drittel des Gesamtenergiebedarfs.

Chancen mit Innovationen

Darum sei die Verantwortung wie das Potenzial einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirtschaft riesig, betonte Bosco Büeler in den Roggwiler Produktionshallen. RWD Schlatter hat sich auf die Fahne geschrieben, mit den Lebensgrundlagen schonungsvoll umzugehen. Weil der Markt sensibilisiert ist, schliessen sich Ökologie und Ökonomie nicht aus.