Mit dem Töffli auf die Insel

Letztes Jahr war es der Neuenburgersee, heuer das Mittelmeer. Die beiden Warther Felix Scheidegger und Roger Knöpfli sind mit ihren Töffli bis nach Korsika gefahren. Bis jetzt kennen sie keinen, der es so weit geschafft hat.

Evi Biedermann
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Die Fahnen erleichterten den Kontakt mit andern Reisenden: Roger Knöpfli und Felix Scheidegger erreichten Korsika nach zehn Tagen. (Bild: PD)

Die Fahnen erleichterten den Kontakt mit andern Reisenden: Roger Knöpfli und Felix Scheidegger erreichten Korsika nach zehn Tagen. (Bild: PD)

Warth. 18 Tage waren die beiden Kollegen aus Warth unterwegs, 10mal so lang dauerte die Vorbereitungszeit. Der Aufwand hat sich gelohnt, darin sind sich Roger Knöpfli und Felix Scheidegger einig. Denn das habe sie wohl von der einen oder anderen bösen Überraschung bewahrt.

Neue Bestandteile

Mit ihren Töffli, zwei Puch Sport X30, Jahrgang 1974, sind der 20jährige Roger und der 19jährige Felix Mitte Juli nach Korsika gefahren. Die Insel haben sie am Morgen des fünften Tages via Italien erreicht, zurück fuhren sie via Frankreich in acht Tagen. Zuvor aber hatten sie die Fahrzeuge komplett auseinandergenommen, mit neuen Ersatzteilen bestückt, sie wieder zusammengesetzt und ihnen einen frischen Anstrich verpasst.

Auch Rückenlehnen hat Roger montiert. Wäre da eine Neuanschaffung nicht billiger und bequemer gewesen? Vielleicht, sagt der Polymechaniker im vierten Lehrjahr und schmunzelt: «Wir kurven schon lange mit unseren Hobel herum, und die Arbeit daran macht uns Spass.»

So fuhren die Kollegen letzten Sommer an den Neuenburgersee; mit Korsika wollten sie nun heuer alles und alle übertrumpfen: «Bis jetzt kennen wir niemanden, der mit dem Töffli so weit gefahren ist.»

Grosse winken Kleinen

Wo die jungen Männer auch hinkamen, sorgten sie für Aufsehen. Blickfang waren nicht nur die Töffli mit ihren Anhängerwagen, sondern auch die beiden Schweizer- und die Thurgauerfahne, die am Anhänger flatterten. Einmal am Ziel, kam noch die Korsenfahne mit dem Korsarenkopf hinzu.

«Schweizer begrüssten uns freudig, und die anderen wollten wissen, wo wir herkommen», erzählen sie, wieder zu Hause. Auch auf der Strasse galt die Aufmerksamkeit ihnen. So winkten die «Grossen» den «Kleinen» mit dem typischen Töfffahrergruss zu, manche hätten sie gar überholt und dann fotografiert. Via Buschtelefon war das Reiseabenteuer der beiden Töfflibuben auch an den Radiosender DRS 3 gelangt. Die Redaktion kontaktierte sie in Korsika, das Live-Interview wurde am 22. Juli gesendet.

An die Grenzen gestossen

«Wir würden es wieder machen», sagt der PH-Student Felix Scheidegger mit zufriedener Miene. Trotz der Strapazen wie Nebel und Kälte in den Alpen, Müdigkeit oder dem sturmartigen Regen, der ihnen bereits in den ersten Tagen am San Bernardino entge-genschlug.

Ans Umkehren haben sie nie gedacht. «Das Ziel, das Meer, war stärker als der Frust», sagt Kollege Roger. Und als der Frust am grössten war, da waren sie bereits auf dem Rückweg. Es war am Pass la Bonette, der auf 2802 Meter hinaufführt. «Es ging einfach nur noch aufwärts, immer steiler». Als die Mofas immer mehr stockten, mussten ihre Fahrer sie teilweise sogar stossen. «Da sind wir beide an die Grenzen gestossen», erinnert sich Roger Knöpfli.

Sonst aber seien die Fahrzeuge problemlos gelaufen. «Wir mussten lediglich ein paar Unterhaltsarbeiten machen.»

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