Mit dem Smartphone auf Museumstour

Schnitzeljagd im Schloss

Geraldine.bohne@thurgauerzeitung.ch
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Die neue Game-App des Schlosses Frauenfeld im Test: Knecht Konrad begrüsst die Spieler auf ihrem Smartphone. (Bild: Mathias Frei)

Die neue Game-App des Schlosses Frauenfeld im Test: Knecht Konrad begrüsst die Spieler auf ihrem Smartphone. (Bild: Mathias Frei)

Es ist speziell, ganz alleine im Untergeschoss des Schlosses Frauenfeld zu stehen. Die Lichter in den Vitrinen leuchten hell, das Klima im Raum ist feucht-kalt. In meiner Hand halte ich, nicht ungewöhnlich, mein Smartphone. Schlimm, dass ich nicht einmal in einem Museum meine Finger davon lassen kann. Doch heute darf ich, denn mein Smartphone ist für die nächsten Minuten mein Museumsführer.

Vor Beginn der Tour installiere ich mit Anleitung der Rezeptionistin die App «Actionbound». Keine Sache. Übrigens hat es Gratis-Internet hier, und wer kein Smartphone besitzt, kann sich für fünf Franken eines ausleihen. Nach dem Scannen eines Codes kann die Museumstour beginnen. Auf meinem kleinen Bildschirm erscheint Knecht Konrad und begrüsst mich. Anschliessend kann ich auswählen, wer mich weiter durch das Schloss führt. Zur Auswahl stehen vier Personen: Adrian, Barbara, Elsi und Konrad.

Ich wähle Adrian, den Pagen im Untergeschoss. Auf meinem Smartphone erscheint ein Ausstellungsstück, das ich suchen soll. Es ist eine farbige Glasscheibe. Doch prompt verlaufe ich mich und gerate in den falschen Raum, eine Stimme ertönt laut. Noch nie bin ich so erschrocken. Es ist Adrians Stimme aus einem Lautsprecher. Ich gehe nochmals zurück und finde das gesuchte Stück. Dort wird mir die Geschichte des Frauenfelder Wappens in einer Musikdatei auf meinem Handy erklärt. Um weitergehen zu können, muss ich eine Verständnisfrage beantworten. Für die richtige Antwort erhalte ich zehn Punkte.

So werde ich mit Suchspielen, Musik, Filmen und Quizfragen durch die ganze Etage geführt. Die Tour alleine zu machen, ist ein wenig unheimlich. Ich erschrecke dauernd wegen Figuren und Stimmen. Auf der ersten Etage wartet Barbara auf mich, auf der zweiten Elsi. Einmal wird mir auch das Wappen des Kantons Uri gezeigt, und ich muss antworten, zu welchem Kanton es gehört. Hoppla, ich bin mir nicht hundertprozentig sicher. Zehn Punkte. Glück gehabt, denn ich weiss nicht, wohin meine Antworten weitergeleitet werden.

Nach exakt 45 Minuten verabschiedet sich Knecht Konrad von mir. Auf meinem Display erscheint das Resultat: 178 Punkte. Hoffentlich von 200. Momentan bin ich auf Platz eins von eins, denn ich durfte die App erstmals testen. Ab Karfreitag wird sie auf dem Schloss für jedermann zugänglich sein. Ich muss sagen: Gelernt habe ich einiges und Spass hatte ich auch. Bis bald, Konrad, Adrian, Barbara und Elsi.

Géraldine Bohne

geraldine.bohne@thurgauerzeitung.ch