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Mit dem Diesel muss man lange Strecken fahren

Mini Büez
Thomas Wunderlin

Jetzt ist Pneusaison. Dieses Jahr haben wir Anfang Oktober angefangen. Die Leute kommen früh, sie achten auf die Fahrsicherheit. Bei etwa 7 Grad sollte man die Pneus wechseln. Der Winterpneu ist weicher, der Grip besser. Auch ein Winterpneu im Sommer ist gefährlich, besonders bei schweren Fahrzeugen, sie rutschen viel mehr.

Ich wollte immer etwas Handwerkliches machen. Motoren, Technik, das hat mich fasziniert. Zuerst wusste ich nicht, ob ich Autoelektriker oder Automechaniker machen sollte. Mechaniker war vielseitiger. An meinem Beruf gefällt mir auch der Kontakt mit den Leuten.

Ich bin in Weiern bei Aadorf aufgewachsen und wohne immer noch dort. In Aadorf bei Fisch habe ich die Lehre gemacht, dann 10 Jahre in Fischingen bei Obrist gearbeitet. Vor mittlerweile 27 Jahren bin ich hierher nach Frauenfeld gekommen. Der Vorgänger suchte jemanden, der die Garage weiterführt. Meine Frau ist meine Mitarbeiterin. Ich habe noch einen Pensionierten, der mir hilft, er geht für mich auf die Fahrzeugkontrolle oder holt Ersatzteile. Wir sind immer dran, von morgens halb sieben bis abends halb sieben, auch am Samstagmorgen, und rücken am Sonntag aus, wenn etwas ist. Wichtig ist, dass der Kunde zufrieden ist.

Früher hat man einen Motor auseinandergenommen und revidiert, das macht man heute eigentlich nicht mehr. Auch einen Motor zu ersetzen, rentiert fast nicht. Nur wenn es auf Garantie geht. Grad heute haben wir ein zwanzigjähriges Auto fortgeworfen, also in den Abbruch, besser gesagt in den Export gegeben. Die Ersatzteile werden ausgewechselt statt repariert. Man muss aber wissen, wie sie funktionieren. Ohne Testgeräte geht nichts mehr. Man kann nicht mehr mit dem Ohmmeter ausmessen wie früher. Wir haben heute viel mehr Elektronik drin. Die Elektronik regiert die Welt. Stellen Sie mal irgendwo den Strom ab, da geht nichts mehr.

Heute haben die Autos viel Kunststoff, überall wird gespart. Das merkt man. Gewisse Sachen sind sehr gut geworden: Motor, Getriebe, Aufhängung. Aber die Anbauteile sind schlechter geworden.

Früher hat man gesagt, der Diesel sei das Beste. Heute wird das Gegenteil behauptet, wobei er gar nicht so schlimm ist. Man muss den Kunden vorbereiten, er muss den Diesel mindestens zwei Mal im Monat fahren, und zwar lange Strecken. Wir haben mal gelernt: alles unter 50 Kilometer sind Kurzstrecken für den Diesel. Das schadet dem Motor. Elektroautos sind zu wenig ausgereift. Da wissen wir vieles noch nicht. Man muss den Energieverbrauch von der Produktion der Autos bis zur Vernichtung sehen; da brauchen Elektroautos doppelt so viel wie Benziner. Bei einem Unfall muss die Feuerwehr den Wagen zehn Stunden lang herunterkühlen.

Ich fahre persönlich VW Golf, aber es spielt mir nicht so eine Rolle. Ich fahre auch Zitrone. Es kommt aufs Auto an, Hauptsache nicht zu neu. Bei einem neuen Autotypen können Sie erst nach zwei, drei Jahren sagen, das Auto hat Charakter, die Qualität ist gut. Zum Reparieren habe ich gern alles durcheinander. Ich habe mit VW-Audi gearbeitet, dann mit Franzosen, auch mit Japanern, Subaru. Jeder ist etwas anders zum Flicken. So wird es nicht zu monoton.

Notiert: Thomas Wunderlin

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