Mit dem Ball quer übers Feld zum Korb

Neun Männer im Alter von 50 Jahren und älter sprinten durch die Turnhalle und versuchen, den Ball zu erhaschen. Obwohl der Name des Vereins «Gymnastische Gesellschaft Frauenfeld» lautet, wird ausschliesslich Korbball gespielt, und das auch nicht immer nach den offiziellen Regeln.

Selina Giger
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Peter Giger führt den Ball, Ludwig Kuster versucht ihn zu stoppen, beobachtet von Peter Jung. (Bild: Reto Martin)

Peter Giger führt den Ball, Ludwig Kuster versucht ihn zu stoppen, beobachtet von Peter Jung. (Bild: Reto Martin)

Neun Männer im Alter von 50 Jahren und älter sprinten durch die Turnhalle und versuchen, den Ball zu erhaschen. Obwohl der Name des Vereins «Gymnastische Gesellschaft Frauenfeld» lautet, wird ausschliesslich Korbball gespielt, und das auch nicht immer nach den offiziellen Regeln. Ab und zu ertönen Stimmen der Spieler wie «Fuess». Denn niemand ist Schiedsrichter. So helfen alle mit und rufen bei Regelverstössen. Sowieso würden alle fair zu spielen versuchen und sich auch gegenseitig den Ball geben, sagt Präsident Stephan Felber. «Wir spielen aus Freude und nicht, um für irgendetwas zu trainieren.»

Durchschnittsalter über 50

Einmal wöchentlich treffen sich die aktiven Mitglieder, um Korbball zu spielen. Jedoch es werden immer weniger Spieler. «Manchmal kommt es nicht zu einem Spiel», sagt Felber. Es seien dann nicht genügend Spieler anwesend – obwohl der Verein 32 Mitglieder zähle. «Mitglied ist man sein Leben lang.» Deshalb seien bei diesen 32 auch die Männer mitgezählt, die nicht mehr zum Turnen kommen – meist wegen des hohen Alters. Einige Spieler seien verletzt und kämen deshalb nicht.

Das Durchschnittsalter sei über 50 Jahre. Neue Mitglieder gab es nicht häufig. Denn das konnte man nur werden, wenn man durch ein Mitglied vorgeschlagen wurde. «Wir sind eine eingespielte Gruppe und mögen es familiär.» Jedoch sei man nun auch offen für ganz neue Gesichter, besonders im Zusammenhang der sinkenden Mitgliederzahlen. «Ich wäre ungern bei einem 90jährigen Verein der letzte Präsident», sagt Felber lachend.

Ehemaliger Lehrerverein

Die Gymnastische Gesellschaft sei ursprünglich wahrscheinlich ein Turnverein der Kantonsschullehrer gewesen, sagt Felber. Nun sind jedoch alle möglichen Berufsgruppen vertreten. Immer noch Lehrer, aber auch Ärzte, Juristen, Kaufmänner und weitere.

Einmal monatlich gehen die Mitglieder nach dem Spiel auch noch ins Restaurant und pflegen so die Geselligkeit. Beim jährlichen Spargelessen dürfen auch die Frauen dabei sein. Sonst sind die Männer aber unter sich. Der Verein sei eine gute Möglichkeit, sich im Team sportlich zu betätigen. Doch gebe es bei ihnen keinen Leistungsdruck. «Wir spielen nur zum Spass und aus Freude am Korbball.»