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Mister Schweiz mit Draht zu Gott

WARTH. Mister-Schweiz-Kandidat Fabian Introvigne hat einen besonderen Hintergrund: Seine Eltern haben in Frauenfeld die Freikirche Morija gegründet. Diese sei keine Sekte, betont der 20-Jährige.
Melissa Müller
Im Schoss einer Pastorenfamilie: Mister-Kandidat Fabian Introvigne (r.) mit seinen Eltern Christina und Dario Introvigne. (Bild: Melissa Müller)

Im Schoss einer Pastorenfamilie: Mister-Kandidat Fabian Introvigne (r.) mit seinen Eltern Christina und Dario Introvigne. (Bild: Melissa Müller)

Muskulöser Oberkörper, blendend weisse Zähne, geschwungene Lippen. Die Natur hat es gut gemeint mit Fabian Introvigne. Oder vielleicht sollte man sagen: der liebe Gott. Denn der 20-jährige Thurgauer ist in der Freikirche Morija aufgewachsen, die seine Eltern in Frauenfeld gegründet haben. Das unterscheidet Introvigne von den anderen jungen Männern, die sich derzeit auf die Mister-Schweiz-Wahl vorbereiten. Der schöne Warther erfüllt sich mit dieser Kandidatur einen Bubentraum (TZ vom 29.1.2011).

Kirche mit 100 Mitgliedern

Die Morija-Gemeinde konnte kürzlich ihren 10. Geburtstag feiern. Die Eltern Dario und Christina Introvigne scharen 100 Mitglieder um sich, die sich jeweils an der Grabenstrasse 5 hinter dem Einkaufszentrum Passage treffen. Man betet und liest zusammen die Bibel, unternimmt Ausflüge, bietet Bastelkurse und Eheberatungen an.

Zudem werden «Heilungsabende» organisiert, an welchen die Teilnehmer durch Glaubenskraft von ihren Leiden befreit werden sollen.

Die Spenden der Mitglieder reichen aus für den Betrieb der Gemeinde und den Unterhalt der sechsköpfigen Familie Introvigne. Fabian wohnt zwar noch in seinem Elternhaus, ist aber aus der Morija-Gemeinde ausgetreten.

«Sekte? Das ist ein Gerücht»

Ein Besuch in Warth: Die Familie bewohnt ein stattliches Einfamilienhaus in einem Quartier vor einem Rebberg. Die Einrichtung ist in Weiss gehalten, von den Bodenplatten über das Sofa bis zum Tisch. Der Mister-Schweiz-Kandidat setzt sich auf einen weissen Stuhl neben seine Eltern.

Ist Morija eine Sekte? «Das ist ein Gerücht, das überhaupt nicht stimmt», sagt Fabian Introvigne. «Die Morija ist eine kirchliche Verbindung. Eine Sekte versucht, die Leute auszunehmen.

Das tut unsere Gemeinde nicht.» Als er sich für die Mister-Wahl anmeldete, machte Fabian Introvigne aus seinem familiären Hintergrund kein Geheimnis. «Ich stehe dazu und finde das gut so.»

Auf die religiöse Gemeinschaft, in der er aufgewachsen ist, wird er selten angesprochen: «Schliesslich stehe ich selber im Vordergrund und nicht mein Umfeld.» Seine Mutter betont, sie wolle nicht, dass Fabian einen Nachteil davon habe, dass er aus einer Pastorenfamilie kommt. «Er kann ja nichts dafür.»

Ausgang statt Gottesdienst

Der Glaube sei ihm nach wie vor wichtig, sagt der Elektroniker. «Ich habe den Bezug nicht verloren, pflege heute noch guten Kontakt zu den Leuten aus der Kirche.» Warum er trotzdem ausgetreten ist? «Ich will wissen, wie andere leben. Ich will in den Ausgang gehen und Leute kennenlernen.»

Sex vor der Ehe problematisch

Seine Eltern unterstützen ihn darin. «Es hat in unserer Kirche zurzeit relativ wenige in Fabians Alter», sagt Vater Introvigne.

Zudem halte Morija ihre Gottesdienste am Samstagabend ab, wenn Junge das Nachtleben geniessen wollen. Mit den moralischen Ansichten der Morijaner sei er weitgehend einverstanden, sagt Fabian Introvigne. So legt die Gemeinde Wert auf eine familiäre Atmosphäre und auf christliche Werte wie Liebe und Mitgefühl.

Von vorehelichem Geschlechtsverkehr rät Pastor Dario Introvigne hingegen ab: «Das ist keine gute Idee», sagt der ehemalige Lehrer. Das führe nur zu Problemen.

Auch beim Thema Homosexualität hat er Bedenken: «Ich halte mich da ganz an die Bibel.» Man wolle aber niemandem etwas aufdrücken, der Glaube habe nichts mit Verboten zu tun.

Schon als Kind modebewusst

Ein enges Lacoste-Shirt bringt Fabian Introvignes gestählten Oberkörper zur Geltung. Die Mutter bemerkt, dass er schon als kleines Kind Wert auf schöne Kleidung legte.

«Ich bin sehr froh, dass er jetzt diese Mister-Erfahrung machen kann, das war immer sein Traum», fügt sie stolz hinzu.

Ist Eitelkeit in den Augen der Morijaner ein Laster? Vater Dario Introvigne lacht: «Es kommt auf die innere Schönheit an, auf die Ausstrahlung. Die hat Fabian.»

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