Missglücktes Comeback

Heinz Bachmann wird nicht Gemeindepräsident von Herdern. Der frühere Gemeinderat verfehlt im ersten Wahlgang das absolute Mehr. Beim zweiten Wahlgang ist er nicht dabei.

Stefan Hilzinger
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Daniel Butti, Präsident der Findungskommission, Frau Gemeindeammann Cornelia Komposch und Kandidat Heinz Bachmann analysieren die Wahl. (Bild: Nana do Carmo)

Daniel Butti, Präsident der Findungskommission, Frau Gemeindeammann Cornelia Komposch und Kandidat Heinz Bachmann analysieren die Wahl. (Bild: Nana do Carmo)

HERDERN. 13 Stimmen fehlten dem einzigen offiziellen Kandidaten, um am 1. Juni die Nachfolge von Cornelia Komposch anzutreten. Heinz Bachmann wird nun nicht Gemeindepräsident von Herdern. Er erzielte zwar 142 Stimmen, doch das absolute Mehr lag bei 155 Stimmen. Jörg Himmelberger, einst schon Gemeindeammann in Herdern, erzielte 31 Stimmen, der als Gemeinderat wiedergewählte Peter Mächler kam auf 20 Stimmen. Beide kandidierten nicht als Gemeindepräsident. Die Wahl gekostet haben Bachmann die 116 Stimmen, die an vereinzelte Personen gegangen sind – mit jeweils weniger als zehn Stimmen pro Person.

Rücktritt kam schlecht an

Heinz Bachmann ist enttäuscht, aber nicht erstaunt, dass ihm die Stimmbürger aus Herdern und Lanzenneunforn die kalte Schulter gezeigt haben. «Nicht alle mögen mich hier, das habe ich ja gewusst», sagt Bachmann, der bis zu seinem Rücktritt im Herbst 2013 Mitglied des Gemeinderates war. Die Rückkehr auf die lokalpolitische Bühne ist ihm missglückt. «Ich wäre bereit gewesen für das Amt», sagt der 58jährige Polizeioffizier. Er ortet drei Gründe für die gescheiterte Wahl: Einerseits seinen Rücktritt vor rund anderthalb Jahren, zweitens seine klare Haltung für Gemeindefusionen und drittens sein Nein zur finanziellen Beteiligung der Gemeinde an der Genossenschaft für Alterswohnungen in Herdern.

Suche geht weiter

Schon heute trifft sich die Findungskommission, um das weitere Vorgehen zu besprechen, sagt deren Präsident Daniel Butti. «Das Gesetz schreibt vor, dass in drei Wochen der zweite Wahlgang stattfindet», sagt Cornelia Komposch, noch bis Ende Mai Gemeindeammann von Herdern. Bachmann tritt beim zweiten Wahlgang nicht mehr an, wie er gestern sagte. «Es gibt zwar viele, die hinter mir stehen. Aber wer als einziger Kandidat im ersten Wahlgang nicht gewählt wird, hat zu wenig Rückhalt.»

Flugblatt gegen Bachmann

Ein anonymes Flugblatt, wenige Wochen vor der Wahl in der Gemeinde verteilt, rief dazu auf, Heinz Bachmann nicht auf den Wahlzettel zu schreiben. Diese Strategie ging jetzt offenbar auf. «Es ist nun wieder an der Bevölkerung, geeignete Personen vorzuschlagen», sagt die abtretende Frau Gemeindeammann Komposch. Schon bei der ersten Ausschreibung hätten sich mehrere Personen für das Amt interessiert, sagt Peter Mächler, Mitglied der Findungskommissionen. Einige hätten erst im letzten Moment abgewinkt. Ob es sich von diesen nun jemand anderes überlegt, wird sich zeigen.

Vier Gemeinderäte gewählt

Im Gegensatz zu Bachmann schafften die vier bisherigen Gemeinderäte Peter Furger, Peter Mächler, Ulrich Marti und Franz Weber die Wahl deutlich. Mit zwischen 222 und 270 Stimmen lagen sie klar über dem absoluten Mehr von 154 Stimmen.

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