Milchbauern werden Fischzüchter

Während einer Fahrt auf dem Untersee diskutierten Experten, Fischer und Bauern über die zukünftige Fischerei. Für die Milchwirtschaft bietet sich eine neue Perspektive.

Trudi Krieg
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Unterwegs in der Strohballenarena; Stroh war keines dabei. (Bild: Trudi Krieg)

Unterwegs in der Strohballenarena; Stroh war keines dabei. (Bild: Trudi Krieg)

UNTERSEE. Ohne Ausweis und Zollpapiere passierten die rund 90 teilnehmenden Konsumenten, Gastwirte, Fischer und Politiker im Wellengang Grenzen, wie auch die Fische ungefragt sich im internationalen Gewässer tummeln, bekanntlich nicht mehr in Riesenschwärmen. Nicht ohne Zollpapiere könne er seinen Fang in Steckborn verkaufen, in Norwegen oder jedem andern EU-Land hingegen schon, erklärte Stefan Riebel von der Reichenauer Fischhandlung. Der gelernte Blumenzüchter und Gemüsebauer ist auch Fischer. Beides gehöre auf der Reichenau seit je zusammen, wo es nie Nur-Fischer gab wie in der Schweiz.

Gemüsebauern sind Fischer

Darum: «Stirbt der Gemüsebau auf der Reichenau, stirbt auch die Fischerei, oder umgekehrt.» So weit will es niemand kommen lassen.

Das Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft, das BBZ Arenenberg und das Landesratsamt Konstanz hatten zur ersten internationalen Strohballenarena eingeladen. Die MS Seestern hatte allerdings keine Strohballen geladen.

Paul Wreford von der Aquaponic Gardens GmbH erklärte das wassersparende Kreislaufsystem Aquaponik, bei dem Pflanzen und Fische sich ergänzen. Durch ein biologisches Filtersystem werden Ausscheidungen der Fische in Dünger für die Wasserpflanzen umgewandelt. In Balterswil funktioniert es mit Fernwärme aus einer nahen Sägerei.

So neu ist die Fischzucht an Land in der Bodenseeregion nicht. Die älteste wurde eben hundert Jahre alt. Martin Bernauer vom Quellpark Kundelfingerhof berichtete, mit dem Quellwasser, das neun Grad warm aus dem Berg komme, seien die Voraussetzungen ideal. Gezüchtet werden verschiedene Forellenarten und Saiblinge.

Für Landwirtschaft interessant

In der Landwirtschaft, wo viele Ställe wegen Aufgabe der Milchwirtschaft leer stehen, stösst die Idee der Fischzucht auf grosses Interesse, wie Bernhard Müller, Leiter regionale Entwicklung BBZ Arenenberg, sagte. Man müsse das Thema Fischzucht am Arenenberg aufgreifen.