«Mich interessieren Schicksale»

Silke Bachmann ist seit einem Jahr Ärztliche Direktorin der Privatklinik Clienia Littenheid. Die Möglichkeit, Lehre, Forschung und praktische Arbeit mit Patienten zu verbinden, sei interessant, sagt die Deutsche.

Gjon David
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Silke Bachmann: Die ärztliche Direktorin der Clienia Littenheid liest in ihrem Büro auch Fachbücher zur Psychotherapie. (Bild: Gjon David)

Silke Bachmann: Die ärztliche Direktorin der Clienia Littenheid liest in ihrem Büro auch Fachbücher zur Psychotherapie. (Bild: Gjon David)

LITTENHEID. «Die Menschen und ihre Biographien interessieren mich», sagt Silke Bachmann, seit einem Jahr Ärztliche Direktorin der Privatklinik Clienia Littenheid. Als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie interessiert sie aber auch, «wie Menschen mit einem schweren Schicksal fertig werden und immer wieder die Kraft aufbringen, weiter zu machen und nicht aufgeben».

In ihrer neuen Position als Ärztliche Direktorin habe sie verstärkt die Möglichkeit, in einem grösseren Rahmen und «mit einem ausgezeichneten Team» Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschen gesund werden können. «Das motiviert mich», sagt Bachmann. Als Ärztliche Direktorin habe sie viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Bald einen Professorentitel

Der Anfang im neuen Job sei zwar etwas streng gewesen – Umzug von Deutschland in die Schweiz, sich mit den Gepflogenheiten der Umgebung vertraut machen – trotzdem habe sie keine Schwierigkeiten gehabt. Ihr Vorgänger Markus Binswanger habe sie gut eingeführt. «Ausserdem bringe ich viel fachliche Erfahrung mit.» Einerseits sei sie an der Universitätsklinikum Heidelberg lange in Patientenversorgung, Lehre und Forschung tätig gewesen, andererseits habe sie auch wichtige Erfahrungen mit Patienten aus ihrer Zeit als Stellvertreterin des Direktors beim Universitätsklinikum Halle. Mit der Uni Halle habe sie noch immer engen Kontakt: «Ich warte momentan auf den Professorentitel», sagt Bachmann.

Gute Leute kennengelernt

Sobald sie den habe, werde sie regelmässig etwa zwei Wochen im Jahr an der Uni Halle unterrichten. Das sei positiv für die Klinik Littenheid, wenn die Ärztliche Direktorin auch noch Professorin sei, sagt Bachmann. «Meine Arbeit lässt sich sehr gut mit der Professur verbinden. Ich kann mich stets am aktuellsten Stand der Wissenschaft orientieren und neue Behandlungskonzepte fördern».

Sie habe während ihrem ersten Jahr in der Privatklinik Littenheid fachlich kompetente Mitarbeiter kennengelernt, auf die sie sich bei der Arbeit verlassen könne. Besonders mit den Chefärzten klappe die Zusammenarbeit gut. «Wir haben gegenseitig schon grosses Vertrauen aufgebaut». Dieses Vertrauen zeige sich bei der Arbeit, aber auch in den Diskussionen in Gremien. «Das partizipatorische Denken hier fasziniert mich», sagt die Deutsche. «Die Entscheidungen werden erst nach intensiven Diskussionen mit den Kollegen getroffen. Ich war mich das in Deutschland so nicht gewöhnt», sagt die Direktorin. In ihrem Heimatland entscheide oft die Führung im Alleingang.

«Ich kann kein Rätoromanisch»

Anders sei hier auch die Sprache: «Ich spreche jetzt schon etwas <Schwitzerdütsch>», sagt Bachmann schmunzelnd. Die Sprachenvielfalt der Schweiz sei etwas Bemerkenswertes.

«Ich spreche Französisch und Italienisch.» Fast überall, wo sie in der Schweiz hingehe, könne sie sich mit den Menschen unterhalten. «Aber eben nur fast, denn rätoromanisch kann ich leider nicht».

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