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Meteorologen erwarten noch mehr Regen

Noch ist kein Ende der Schlechtwetterperiode in Sicht. Laut Daniel Murer, Prognostiker bei Meteo Schweiz, werden heute und am Freitag in der Ostschweiz weitere starke Niederschläge von mindestens 30 Millimetern erwartet.
Marco Zala
Otto Michel Pensionierter Landwirt und Wetterexperte (Bild: Urs Jaudas)

Otto Michel Pensionierter Landwirt und Wetterexperte (Bild: Urs Jaudas)

Noch ist kein Ende der Schlechtwetterperiode in Sicht. Laut Daniel Murer, Prognostiker bei Meteo Schweiz, werden heute und am Freitag in der Ostschweiz weitere starke Niederschläge von mindestens 30 Millimetern erwartet. Für den grössten Teil der Bodenseeregion hat der nationale Wetterdienst eine Hochwasserwarnung der Stufe 2 – «mässige Gefahr» – herausgegeben. Auf der Alpensüdseite sind es teilweise gar Regenwarnungen der Stufe 4. Mit dem vielen Regen steige der Pegelstand des Bodensees an. Und auch für die darauffolgenden Tage sieht die Prognose nicht gerade rosig aus.

Erklärungen sind schwierig

Von einer Ausnahmesituation könne man aus meteorologischer Sicht aber noch nicht sprechen, sagt Murer. «Der Juni ist einfach ein instabiler Monat.» Doch auch der Mai sei dieses Jahr sehr nass gewesen. Warum eine Regenperiode so lange anhält, könne man jeweils weder im Vor- noch im Nachhinein genau erklären: «Das ist einfach Pech. Man kann beispielsweise auch nicht sagen, warum ausgerechnet der letzte Sommer so ausserordentlich lang war.»

1980 war's am schlimmsten

Dank seiner langjährigen Erfahrung kennt der pensionierte Landwirt Otto Michel die Thurgauer Wettersituation bestens. Seit 39 Jahren führt er für Meteo Schweiz Niederschlagsmessungen am Standort Braunau durch. «Einen solch regnerischen Sommerbeginn habe ich seit einiger Zeit nicht mehr erlebt», sagt Michel. Auch im letzten Monat liege die Niederschlagsmenge mit 157 Millimetern über der langjährigen Norm.

Seine Messungen und Beobachtungen dokumentiert der ehemalige Heubauer akribisch in seinem Kalender. «Zuletzt hatten wir 1987 eine ähnlich prekäre Situation in der Ostschweiz», erinnert sich Michel. Dann konnte die Heuernte in den höheren Lagen erst in den letzten drei Junitagen beendet werden. Im Normalfall werde sie im Mai durchgeführt. Unter der Verzögerung leide letztlich die Qualität des Heus. Der schlimmste Sommer sei allerdings im Jahr 1980 gewesen, sagt Michel. Erst am 22. Juli sei damals ein stabiles Schönwetterfenster aufgekommen, worauf die Ernte fortgesetzt werden konnte.

Eine mögliche Theorie

«Mir scheint, dass seit einigen Jahren <blockierte Wetterlagen> wie diese Regenperiode länger anhalten als früher», ergänzt der Wetterexperte. Eine allgemein gültige Aussage sei jedoch erst im Verlauf der Jahre möglich.

Damit greift Michel eine mögliche Theorie aus der Klimatologie auf. Für die Zirkulation in der nördlichen Hemisphäre ist hauptsächlich der Temperaturunterschied zwischen dem Äquator und dem Nordpol verantwortlich. Durch die fortschreitende Klimaerwärmung schmilzt in der Arktis immer mehr Eis. Dadurch nimmt die Reflexion der Sonnenstrahlen an der Oberfläche ab, der Nordpol nimmt folglich mehr Energie auf, was die Schmelze wiederum beschleunigt. Konsequenterweise vergrössert sich die Erwärmung an den Polen noch mehr. Ein Teufelskreis.

Durch die tiefere Temperaturunterschiede zwischen Nordpol und Äquator schwächt sich möglicherweise die allgemeine Westwindzirkulation in unseren Breiten ab, so dass gewisse Wettergebilde wie Hochs und eben Tiefs länger am gleichen Ort verharren. Doch diese Theorie bleibt Hypothese, zumal in der Klimatologie für eine wissenschaftlich signifikante Aussage 30 Jahre nötig sind.

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